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<channel><title><![CDATA[The Future of Work & Education - Blog DE]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de]]></link><description><![CDATA[Blog DE]]></description><pubDate>Wed, 01 Apr 2026 06:12:35 -0700</pubDate><generator>Weebly</generator><item><title><![CDATA[GRUNDEINKOMMEN: BEDINGT ODER UNBEDINGT?]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/grundeinkommen-bedingt-oder-unbedingt]]></link><comments><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/grundeinkommen-bedingt-oder-unbedingt#comments]]></comments><pubDate>Mon, 19 Jan 2026 18:42:40 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.mingong.org/blog-de/grundeinkommen-bedingt-oder-unbedingt</guid><description><![CDATA[Im Feber 2023 schickt mir Daniel H&auml;ni, Co-Initiator der Schweizer Grundeinkommensbewegung[i] den Vorabdruck eines Interviews f&uuml;r einen Band zu Zukunftsnarrativen der Universit&auml;t Freiburg.[ii] Er beschreibt darin ein Klima-Grundeinkommen und macht unterschiedliche Argumente f&uuml;r dessen gesellschaftliche Notwendigkeit. Ich greife dieses Interview drei Jahre sp&auml;ter noch einmal auf, um zu mich mit dem Grundeinkommen auseinanderzusetzen. Ich bin mit Daniel H&auml;ni einig, das [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><br />Im Feber 2023 schickt mir Daniel H&auml;ni, Co-Initiator der <a href="https://www.grundeinkommen.ch/">Schweizer Grundeinkommensbewegung</a><a href="#_edn1">[i]</a> den Vorabdruck eines Interviews f&uuml;r einen Band zu Zukunftsnarrativen der Universit&auml;t Freiburg.<a href="#_edn2">[ii]</a> Er beschreibt darin ein Klima-Grundeinkommen und macht unterschiedliche Argumente f&uuml;r dessen gesellschaftliche Notwendigkeit. Ich greife dieses Interview drei Jahre sp&auml;ter noch einmal auf, um zu mich mit dem Grundeinkommen auseinanderzusetzen. Ich bin mit Daniel H&auml;ni einig, dass das Grundeinkommen die nat&uuml;rliche Evolution des Sozialstaates darstellt. Aber was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Varianten und was spricht f&uuml;r das eine und was f&uuml;r das andere? In Er&ouml;rterung dieser Fragen kommentiere ich ausgew&auml;hlte Argumente aus dem Interview.<br /><br></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/grundeinkommen-110-v-img-16-9-l-1dc0e8f74459dd04c91a0d45af4972b9069f1135_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><br />Vorweg: Ein <strong>bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)</strong> wird jedem B&uuml;rger regelm&auml;&szlig;ig und ohne Gegenleistung ausgezahlt, um die Existenz zu sichern, w&auml;hrend ein <strong><a href="https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&amp;q=bedingtes+Grundeinkommen&amp;ved=2ahUKEwjNk4SOx5iSAxV0g_0HHdsbEkkQgK4QegQIARAB">bedingtes Grundeinkommen</a></strong> an spezifische, oft gemeinn&uuml;tzige Verhaltensweisen gekn&uuml;pft ist, um zB Hedonismus oder Missbrauch zu verhindern und einen gesellschaftlichen Mehrwert zu f&ouml;rdern. Das BGE ist universell, das bedingte ist zweckgebunden.<br /><br></div>  <div style="text-align:center;"><div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div> <a class="wsite-button wsite-button-small wsite-button-normal" href="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/ebook_hartmann_kaufmann_sommer_ne-umaerker-hg.pdf" > <span class="wsite-button-inner">download GLOSSED INTERVIEW</span> </a> <div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div></div>  <div class="paragraph">&nbsp;<br />Argument 1: Fu&#776;r eine nachhaltige Bew&auml;ltigung der Klimakrise brauchen wir die F&auml;higkeit zur Eigenverantwortung, mit dem Einfu&#776;hren eines bedingungslosen Grundeinkommen erzeugen wir mehr Verantwortungsf&auml;higkeit.<br />&nbsp;<br />Kommentar: Wird durch ein bedingungsloses Grundeinkommen wirklich die Eigenverantwortung gest&auml;rkt oder motiviert es nicht eher noch mehr gesellschaftlichen check-out und Anomie? Die Politik&ouml;konomin Maja G&ouml;pel meint dazu: &ldquo;Ich habe das Gef&uuml;hl, dass wir uns auf der linken Seite etwas vormachen. Dass dann alle zuf&auml;llig etwas f&uuml;r die Republik tun w&uuml;rden, wenn sie den Freiraum h&auml;tten, weil sie sich um keine finanzielle Versorgung k&uuml;mmern m&uuml;ssen, das halte ich f&uuml;r eine steile These.&ldquo;<a href="#_edn1">[iii]</a><br />&nbsp;<br />Argument 2: Wenn jemand sagt: &bdquo;Ich war nicht verantwortlich, ich habe nur ausgefu&#776;hrt, was mir gesagt wurde&ldquo;; oder: &bdquo;Ich musste das tun, weil ich sonst den Job verloren h&auml;tte&ldquo;; oder: &bdquo;Ich wurde nicht gefragt, ich wusste nicht, was das fu&#776;r Folgen hat&ldquo;, dann ist eine solche Person nur begrenzt verantwortungsf&auml;hig. Genau so stehen wir zur Zeit vor der Klimakrise. Fast alle tragen fast keine Verantwortung. Wir leben in einer Gesellschaftsordnung, in der Verantwortungslosigkeit System hat.<br /><br />Anmerkung. Das ist grunds&auml;tzlich eine richtige Analyse, aber die Ver&auml;nderung hin zu einem System, in dem beispielsweise lernen kein Zwang mehr ist, sondern Sch&uuml;ler sich freiwilliig weiterbilden, funktioniert nicht schlagartig, sondern graduell. Genauso ist es mAn mit dem Grundeinkommen und der Arbeit. Die intrinsische Motivation, das zu tun, was in der Gesellschaft gebraucht wird und notwendig ist, muss geformt werden, bis sie eine neue Kultur des Miteinanders erzeugt hat. Am Weg dorthin ist das bedingungslose Grundeinkommen hinderlich, da es nicht alle gleicherma&szlig;en extrinsisch motiviert. Insbesondere jene, die noch einer Erwerbsarbeit nachgehen.<br />&nbsp;<br />Letztlich muss Verantwortung auf jeden Menschen heruntergebrochen werden. Verantwortung zu tragen, bedeutet aber nicht komplette Handlungsfreiheit zu geben, sondern in der schwer durchsichtigen Situation, in der wir uns befinden, Handlungsoptionen zu schaffen und die Wahl dieser zu belohnen. Die GW&Ouml; macht das insofern richtig, dass sie Unternehmen zertifiziert, die ihre Bilanzen auf Nachhaltigkeit pr&uuml;fen lassen. Auf das Individuum runtergebrochen, bedeutet dies, dass unsere Handlungen auf soziale, &ouml;kologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit gepr&uuml;ft werden - und die richtigen Entscheidungen und Handlungen durch ein bedingtes Grundeinkommen belohnt werden. Diese Logik wird noch offensichtlicher, wenn man sich mit Gesellschaften auseinandersetzt, in denen der Sozialstaat quasi nicht existiert.<br />&nbsp;<br />Argument 3: Ein Vorgeschmack haben wir in der Corona-Krise erlebt. Notrecht und<br />Verbote fu&#776;hren nicht zu Bewusstsein und Verantwortung, sondern zu Folgsamkeit<br />und Verantwortungslosigkeit. In diese Richtung geht der aufkommende<br />Transhumanismus. In die Entmu&#776;ndigung. In die systematische &bdquo;Entselbst-verantwortlichung&ldquo; der Menschen.<br />&nbsp;<br />Kommentar: China hat hier anderes gezeigt. Die schlagartige Aufgabe der Regierung, die Bev&ouml;lkerung stark zu kontrollieren, hat zu einem rasanten Anstieg der Todesopfer gef&uuml;hrt. Sinnvoller w&auml;re es gewesen von totaler Kontrolle, schrittweise mehr Selbstverantwortung einzuf&uuml;hren.<br />&nbsp;<br />Argument 4: Das bedingungslose Grundeinkommen hingegen ist eine Erm&auml;chtigung zur Selbsterm&auml;chtigung. Es stellt die Menschen auf die Beine. Es f&ouml;rdert konkret die Verantwortungsf&auml;higkeit der einzelnen Menschen.<br />&nbsp;<br />Kommentar: Ohne hier an Machtverlust zu denken: Daniel H&auml;ni untersch&auml;tzt den Anreiz von Selbsterm&auml;chtigung. Nicht wenige Menschen ticken nicht nach den Pr&auml;missen von Alfred Adlers Individualpsychologie und haben kein Interesse daran selbsterm&auml;chtigt zu sein. Freiheit ist nicht f&uuml;r jeden Menschen ein erstrebenswerter Zustand.<br />&nbsp;<br />Argument 5: Der Verzicht auf Fremdbestimmung ist ein gro&szlig;er Schritt in der Menschheits-entwicklung, der uns noch in vielf&auml;ltiger Weise besch&auml;ftigen wird. Das bedingungslose Grundeinkommen ist dafu&#776;r eine &Uuml;bungseinheit.<br />&nbsp;<br />Kommentar: ich sehe das genau umgekehrt. wir m&uuml;ssen zuerst Selbstbestimmung &uuml;ben, um mit dem bedingungslosen Grundeinkommen zurecht zu kommen.<br />&nbsp;<br />Frage an Daniel H&auml;ni: Ein Verfechter oder eine Verfechterin des gegenw&auml;rtigen Sozialstaates wu&#776;rde gegen das Grundeinkommen wom&ouml;glich einwenden, dass die momentanen Sanktionsmechanismen des Sozialstaats ben&ouml;tigt werden, um den Menschen zur Selbstverantwortlichkeit, Selbstsorge und damit auch zur Erwerbsarbeit &ndash; solange und soweit er dazu f&auml;hig ist &ndash; zu bewegen. Welcher Denkfehler liegt Ihrer Meinung nach hier vor?<br />&nbsp;<br />Argument 6: Wir leben l&auml;ngst nicht mehr in der Selbstversorgung, sondern in einer arbeitsteiligen, global organisierten Fremdversorgungsgesellschaft. Das hei&szlig;t, alles, was ich leiste, ist immer fu&#776;r andere. Alles, was ich brauche, haben andere hergestellt. Es kann also nicht um eine Selbstverantwortung im Sinne einer Selbstversorgung gehen. Die Selbstverantwortung, von der ich spreche, ist diejenige, die den Blick frei macht darauf, was die Welt braucht. Der Herzfehler liegt also darin, dass wir die Menschen so behandeln, als w&auml;ren sie noch Selbstversorgende. Das sind sie aber nicht mehr. Die Arbeit ist das Soziale geworden. Nicht wer Arbeitspl&auml;tze schafft, ist sozial, sondern diejenigen die arbeiten.<br />&nbsp;<br />Kommentar: Dieses Mi&szlig;verst&auml;ndnis ist leicht zu beseitigen, wenn man die Terminologie &auml;ndert: Selbstverantwortung bedeutet f&uuml;r Herrn H&auml;ni eigentlich iSv Goleman und Senge Verantwortung f&uuml;r sich, andere und den Planeten. Ob das ein Herzfehler ist, kann ausf&uuml;hrlich diskutiert werden. Die systemische Wahrnehmung, dass wir alle Teil eines Superorganismus sind, in dem wir Verantwortung f&uuml;r die Allgemeinheit &uuml;bernehmen, wenn wir von Selbstverantwortung sprechen, liegt nicht f&uuml;r jedermann auf der Hand. Allerdings stimme ich vollkommen zu, dass Selbstverantwortlichkeit, Selbstsorge und der Zwang zur Erwerbsarbeit, den der Sozialstaat anlegt, gerade jetzt in Zeiten der exponentiellen technologischen Entwicklung, Herzlosigkeit impliziert.<br />&nbsp;<br />Argument 7: Wir k&ouml;nnen demnach das Grundeinkommen als Vertrauensvorschuss beschreiben. Kerniger aber ist die Beschreibung, dass eine modern Gesellschaft zur Bedingung haben muss, dass sie den Menschen das, was sie unbedingt brauchen, auch bedingungslos gew&auml;hrt. Nicht aus Gutmenschlichkeit, sondern weil der Gedanke aufgekl&auml;rt und logisch ist. Was im bisherigen Sozialstaat eigentlich nur moralisch war, n&auml;mlich, dass du arbeiten gehen sollst &ndash; im Kleide eines Recht auf Arbeit &ndash;, wird durch ein bedingungsloses Grundeinkommen zu einem tats&auml;chlichen Recht, n&auml;mlichein Recht auf Selbstbestimmung in der Arbeit. Fru&#776;her nannte man das die Abschaffung der Sklaverei.<br />&nbsp;<br />Kommentar: Radikal aber gut gedacht. Nichtsdestotrotz m&uuml;ssen wir uns mit den realen Machtstrukturen genauso besch&auml;ftigen wie mit der Theorie einer idealen Gesellschaft. Die Spannung zwischen einer Vision und der Realit&auml;t muss durch eine Strategie &uuml;berbr&uuml;ckt werden, die ausreichend Moment aufbauen kann, um die Vision Realit&auml;t werden zu lassen. Hier gibt es mindestens 2 Kalk&uuml;le zu beachten: das Grundeinkommen muss finanziert werden und es bedarf innerhalb von Demokratien die gesetzliche Grundlage dieses einzuf&uuml;hren. Die Wahrscheinlichkeit, jene Personen, die Finanzierung und Gesetze freigeben, f&uuml;r die Idee zu gewinnen, ist um vieles gr&ouml;&szlig;er, wenn man anfangs mit einem bedingten Grundeinkommen argumentiert. Insbesondere der Umstand der Anomie, der westliche, heterogene Gesellschaften zunehmend belastet, kann durch ein bedingtes Grundeinkommen gel&ouml;st und konservativen Teilen der Gesellschaft als logische Strategie erkl&auml;rt werden. Ansonsten kann wie bei der Abschaffung der Sklaverei oder der Einf&uuml;hrung von B&uuml;rgerrechten direkt auf die Barrikaden gegangen und eine blutige Revolution eingel&auml;utet werden.<br />&nbsp;<br />Argument 8: Das bedingungslose Grundeinkommen fu&#776;hrt uns, wie die Kollegin Adrienne G&ouml;hler immer wieder treffend sagt, &bdquo;vom Mu&#776;ssen zum K&ouml;nnen, vom Sollen zum Wollen&ldquo;. Das ist ein evolution&auml;rer emanzipatorischer Paradigmenwechsel.<br />&nbsp;<br />Kommentar: das k&ouml;nnte man eben genauso &uuml;ber das bedingte GE sagen: es f&uuml;hrt vom m&uuml;ssen zum sollen, und vom sollen zum wollen. Ist jemand bspw 5 Jahre im bedingten GE System gewesen, dann kann man ihn ins bedingungslose "entlassen". Er oder sie hat das System intimiert, einen selbstgew&auml;hlten Beitrag zum Gemeinwohl leisten zu m&uuml;ssen, um das GE in Anspruch nehmen zu d&uuml;rfen. Der check-in, der in unseren Gesellschaften einerseits von den Superreichen durch Steuerschlupfl&ouml;cher umgangen wurde und andererseits f&uuml;r den Empf&auml;nger von Sozialleistungen &uuml;berfl&uuml;ssig geworden ist, wird so wieder Teil eines nat&uuml;rlichen do ut des.<br />&nbsp;<br />Argument 9: Betreffend Klima k&ouml;nnen wir voraussehen, dass wir vielleicht nicht schnellere, aber nachhaltigere Ergebnisse erreichen werden, wenn wir auf das K&ouml;nnen setzen und darauf, aus Einsicht zu handeln und nicht aus Not und Verbot.<br />&nbsp;<br />Kommentar: langfristig ist diese Feststellung wohl richtig, aber kurz- und mittelfristig ist sie nicht realistisch. &Ouml;konomische Zw&auml;nge wie etwa Parkstrafen sind wichtige Hebel, um Verhalten extrinsisch zu &auml;ndern.<br />&nbsp;<br />Argument 10: In der Not verteilt man Brot, besser aber ist es zu erm&ouml;glichen, Brote zu backen &ndash; fu&#776;r Andere.<br />&nbsp;<br />Kommentar: Das ist das Ideal der Menschlichkeit. Die Realit&auml;t ist eher homo homini lupus.<br /><br />Argument 11: Das bedingungsloses Grundeinkommen findet statt, wenn wir seine Logik verstehen.<br />&nbsp;<br />Kommentar: genau daran hakt es: nur wenige verstehen die Logik, weil es f&uuml;r die meisten genauso wie beim Geld an sich, nicht darum geht eine Logik zu verstehen, sondern ein System zu erfahren.<br />&nbsp;<br />Argument 12: Wir erhalten ein bedingungsloses Grundeinkommen, damit wir es uns leisten k&ouml;nnen aktiv am politischen Geschehen teilzunehmen und mitzuwirken. Das beinhaltet natu&#776;rlich auch die M&ouml;glichkeit zur selbstbestimmten Information und Bildung. In beiden F&auml;llen geht es darum die Resistenz gegen Manipulation, sprich Fremdbestimmung zu erh&ouml;hen.<br />&nbsp;<br />Kommentar: guter Gedankenstrang, der in einer urspr&uuml;nglich arbeitsteiligen Gesellschaft nicht zutreffend war, aber durch den zunehmenden Verlust der Erwerbsarbeit wegen steigender Automatisierung, richtig ist. Andersrum, k&ouml;nnte man auch argutmentieren, dass es keiner gew&auml;hlten Politiker mehr Bedarf, sondern jeder ein Politiker ist und mit der Demokratiepauschale f&uuml;r seine Teilnahme am Diskurs entsch&auml;digt wird. Aber auch hier wiederum die Frage: wird das jeder machen, der ein bedingungsloses GE bezieht? Sicherlich nicht - au&szlig;er man koppelt die politische Beteiligung an einer digitalen und direkten Demokratie mit einem bedingten GE: bilde dich, beteilige dich am Diskurs und stimme ab, dann erh&auml;ltst du eine Demokratiepauschale.<br />&nbsp;<br />Argument 13: Wir brauchen fu&#776;r das 21. Jahrhundert einen neuen Steuergrundsatz: n&auml;mlich an Stelle der &ouml;konomischen Leistungsf&auml;higkeit der Menschen, den &ouml;kologischen Fu&szlig;abdruck zu besteuern. Als ein schrittweises Herunterfahren der Besteuerung und der Abgaben auf Leistung, Arbeit und Einkommen; schrittweises erh&ouml;hen der Steuern auf den Konsum und Verbrauch von Gu&#776;tern und Dienstleistung, auf den &ouml;konomischen und &ouml;kologischen Fu&szlig;abdruck.<br />&nbsp;<br />Kommentar: Richtig. besser gef&auml;llt mir aber socio-ecological footprint. der &ouml;kologische ist leichter zu berechnen. der soziale ebenso wichtig.<br />&nbsp;<br />Interessant jedoch, dass hinsichtlich Steuern ein schrittweises Herunterfahren visualisiert wird, aber nicht hinsichtlich GE -&nbsp; zumindest besteht eine Wahrnehmung, dass Ver&auml;nderungen nicht &uuml;ber Nacht herbeigef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen, sondern graduell eingef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen.<br />&nbsp;<br />Genauso wie das Grundeinkommen ist die &Auml;nderung der Besteuerung ein politisches Tabu. Beide Ma&szlig;nahmen stehen in direktem Widerspruch zu Wirtschaftswachstum.<br />&nbsp;<br />Argument 13: Der Steuersatz dieser Art der Besteuerung kann fu&#776;r alles gleich sein oder differiert nach dem politischen Willen der Steuerung von Anreiz und Begu&#776;nstigung gewisser T&auml;tigkeiten und Produkte. Das ganze alte politische Ged&ouml;ns von Sozialleistungen, Versicherungen, Abgaben, Antr&auml;gen, Sanktionen und Verwaltung w&auml;ren Tempi passati.<br />&nbsp;<br />Kommentar: Sehe ich auch so. Der ggw Sozialstaat ist wie Philanthropie: er schichtet pseudom&auml;&szlig;ig um, anstatt wirklich auzugleichen.<br />&nbsp;<br />Argument 14: Ein Grundeinkommen fu&#776;hrt zu einem tief sich verwurzelnden strukturellen Pazifismus!<br />Jede Auseinandersetzung und so auch jeder Krieg gru&#776;nden im Gegenteil, in der Verletzung der Menschenwu&#776;rde, in mangelnder Wertsch&auml;tzung, in der Unterdru&#776;ckung und der Fremdbestimmung von Menschen und ihrer Arbeit, ihrer Kultur.<br />&nbsp;<br />Kommentar: Krieg ist motiviert durch Knappheit oder scheinbare Knappheit an Resourcen unterschiedlicher Art. Frieden wird nur in jenen Regionen gef&ouml;rdert, die das GE pflegen, nicht jedoch in angrenzenden Regionen, wo dieses fehlt.<br />&nbsp;<br />Argument 15: Das bedingungslose Grundeinkommen ist die humanistische Antwort auf den technologischen Fortschritt. Das hei&szlig;t, der technologische Fortschritt birgt ein riesiges Potenzial, die Menschen fu&#776;r die T&auml;tigkeiten freizustellen, welche sich der L&ouml;sungen der gegenw&auml;rtigen Herausforderungen annehmen, anstatt sie weiter zu verursachen.<br />&nbsp;<br />Kommentar: Das bedingslose GE ist die Endstufe der Evolution des Sozialstaates. Die Zwischenstufe daf&uuml;r lautet bedingtes GE &ndash; es erm&ouml;glicht den &Uuml;bergang von Zwang zu Wahl (wo bringe ich mich ein) und von der Wahl zur Freiheit. Dar&uuml;ber hinaus ist es politisch realistischer ein bedingtes GE zu installieren und hier ist Pragmatismus geboten: wenn ich Auswahl steht, das bedingte GE oder kein GE einzuf&uuml;hren, so bin ich mir sicher, wird auch Daniel H&auml;ni es bevorzugen, vorest f&uuml;r ein paar Jahre mit dem bedingten GE zu experimentieren bis dessen gesellschaftiche Akzeptanz so gewachsen ist, dass man den n&auml;chsten Schritt machen kann.<br /><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=3e2b316c6a1efe23bfc459bc9b79daf4#_ednref1">[i]</a> <a href="https://www.grundeinkommen.ch/">https://www.grundeinkommen.ch/</a><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=3e2b316c6a1efe23bfc459bc9b79daf4#_ednref2">[ii]</a>&nbsp;<a href="https://www.grundeinkommen.ch/wp-content/uploads/eBook_Hartmann_Kaufmann_Sommer_Ne-umaerker-Hg.-Politische-Partizipation-und-bedingungsloses-Grundeinkommen-Narrative-der-Zukunft_DH-Kopie.pdf">https://www.grundeinkommen.ch/wp-content/uploads/eBook_Hartmann_Kaufmann_Sommer_Ne-umaerker-Hg.-Politische-Partizipation-und-bedingungsloses-Grundeinkommen-Narrative-der-Zukunft_DH-Kopie.pdf</a><br /><a href="#_ednref1">[iii]</a> <a href="https://www.mingong.org/blog-de/werte-ein-kompass-fur-die-zukunft">https://www.mingong.org/blog-de/werte-ein-kompass-fur-die-zukunft</a><br />&nbsp;<br />Mehr:<ul><li><a href="https://www.br.de/extra/respekt/grundeinkommen-bedingungsloses-pro-contra100.html">https://www.br.de/extra/respekt/grundeinkommen-bedingungsloses-pro-contra100.html</a></li><li><a href="https://www.pressetext.com/news/bedingungsloses-grundeinkommen-polarisiert.html">https://www.pressetext.com/news/bedingungsloses-grundeinkommen-polarisiert.html</a></li><li><a href="https://www.grundeinkommen.de/26/11/2017/58-prozent-der-in-deutschland-befragten-halten-die-einfuehrung-eines-grundeinkommens-fuer-sinnvoll.html">https://www.grundeinkommen.de/26/11/2017/58-prozent-der-in-deutschland-befragten-halten-die-einfuehrung-eines-grundeinkommens-fuer-sinnvoll.html</a></li></ul></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[DIE ZUKUNFT DER WELTORDNUNG: GLOBALISMUS VS LOKALISMUS]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/january-15th-2026]]></link><comments><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/january-15th-2026#comments]]></comments><pubDate>Thu, 15 Jan 2026 18:00:07 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.mingong.org/blog-de/january-15th-2026</guid><description><![CDATA[Dieser kurze Essay besch&auml;ftigt sich mit der Frage, ob die bestehende Weltordnung, die Nationalstaaten seit dem Wiener Kongress 1815 als die kleines Einheit von internationalen Beziehungen betrachtet, weiterbestehen wird, oder sich eine andere Weltordnung entwickelt. Zur Auswahl stehen zwei Extreme: die v&ouml;llige Globalisierung einerseits und die v&ouml;llige Lokaliserung andererseits. Dazwischen gibt es ein breites Spektrum, das zB die Bildung von neuen Imperialm&auml;chten oder die Koop [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph">Dieser kurze Essay besch&auml;ftigt sich mit der Frage, ob die bestehende Weltordnung, die Nationalstaaten seit dem Wiener Kongress 1815 als die kleines Einheit von internationalen Beziehungen betrachtet, weiterbestehen wird, oder sich eine andere Weltordnung entwickelt. Zur Auswahl stehen zwei Extreme: die v&ouml;llige Globalisierung einerseits und die v&ouml;llige Lokaliserung andererseits. Dazwischen gibt es ein breites Spektrum, das zB die Bildung von neuen Imperialm&auml;chten oder die Kooperation zwischen &Ouml;koregionen umfasst.&nbsp;&nbsp;<br></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/picture1_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><font size="3">Die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=nuhvdA2f9tA" target="_blank">j&auml;hrliche Vorlesung des Direktors am Chatham House</a> hat diese Tage meine Aufmerksamkeit erregt. Wie sieht einer der f&uuml;hrenden Thinktanks f&uuml;r internationale Beziehungen das kommende Jahr?</font><br /><br /><font size="3">Zusammenfassend l&auml;sst sich sagen: Die Direktorin von Chatham, Bronwen Maddox, w&uuml;nscht sich im Wesentlichen, dass sich die internationale Ordnung nicht ver&auml;ndert. Sie ordnet sich und Chatham daher dem Lager der Nationalisten zu, d. h. derjenigen, die die Nationalstaaten als kleinste Einheiten der internationalen Ordnung beibehalten m&ouml;chten.</font><font size="3">&nbsp;Das andere Lager, die Globalisten, streben danach, den Menschen als kleinste Einheit der internationalen Ordnung zu etablieren. Mehr dazu im ausgezeichneten <a href="https://www.ted.com/talks/yuval_noah_harari_nationalism_vs_globalism_the_new_political_divide">Dialog zwischen Yuval Harari und Chris Anderson</a>.<br /><br />Ich bin wirklich entt&auml;uscht &uuml;ber diesen Mangel an Weitsicht und war noch mehr entt&auml;uscht &uuml;ber die meist absurden Folgefragen aus dem Publikum, die widerspiegelten, wie weit aktuelle Fachleute f&uuml;r internationale Beziehungen von den Belangen der Menschen vor Ort entfernt sind.</font><br /><br />Im Einzelnen:<ul><li>Ihr Hauptziel ist es, die internationale Ordnung zu retten, aber ist es nicht genau das, was ge&auml;ndert werden muss? Sie wiederholt die Worte von <a href="https://www.darkmatteressay.org/blog/book-review-world-order-by-henry-kissinger">Henry Kissinger</a>, der 2014 den Aufstieg Chinas, den Islamismus und supranationale Organisationen wie die EU als die gr&ouml;&szlig;ten Bedrohungen f&uuml;r die Weltordnung ansah.</li><li>Sie fordert ihr Publikum auf, bestehende Institutionen zu verteidigen und neue zu schaffen &ndash; geben Sie die UNO nicht auf. Aber ist nicht gerade die UNO eine Institution, die die derzeitige Weltordnung unterst&uuml;tzt, eine Ordnung der Nationalstaaten, die im Widerspruch zur Wissenschaft der Biogeografie und der Postwachstums&ouml;konomie steht?</li><li>Die Mitgliedstaaten des IWF und der Weltbank sollten sich gegen die K&uuml;rzung der Mittel durch die USA wehren. Aber was f&uuml;r ein vergebliches Unterfangen, wenn <a href="https://www.researchgate.net/publication/341264612_Captain_Planet_and_the_Planeteers_What_could_Xi_Jinping_do_to_avoid_climate_change">China wie bei so vielen anderen westlichen Institutionen eine Schattenorganisation zur Weltbank</a> gegr&uuml;ndet hat und aktiv auf eine sinozentrische Weltordnung hinarbeitet.</li></ul><br />Wenn wir etwas anderes als eine Pax Americana oder Pax Sinica wollen, m&uuml;ssen wir die Weltbank zu einer Organisation umgestalten, die wirklich den Menschen und nicht ihren Regierungen dient. Eine Vision f&uuml;r eine neue Weltbank w&auml;re eine Institution, die eine global verteilte Wertbuchhaltung einsetzt und sicherstellt und ein bedingtes Grundeinkommen auf die Bankkonten der B&uuml;rger der Erde entsprechend ihrem Beitrag zur Gesundheit der nat&uuml;rlichen und kulturellen &Ouml;kosysteme &uuml;berweist.<br /><br /></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/picture12_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph">Am n&auml;chsten Tag moderiere ich zum wahrscheinlich zehnten Mal eine Filmvorf&uuml;hrung von <a href="https://www.youtube.com/watch?v=M2kHUKbPogQ" target="_blank">Helena Norberg-Hodges Dokumentarfilm &bdquo;The Economics of Happiness&ldquo;.</a> Der Film ist gewisserma&szlig;en die Antithese zur Aufzeichnung aus dem Chatham House. Norberg-Hodge propagiert Lokalismus, Maddox Globalismus.<br /><br />Der Film in K&uuml;rze:<br /><br />Die Ladakhi betrieben lokale Landwirtschaft und regionalen Handel &ndash; ihr Lebensstil war fein abgestimmt auf das lokale &Ouml;kosystem &gt; allgemeines Wohlbefinden, niemand wurde zur&uuml;ckgelassen. Mit dem Aufkommen der modernen Wirtschaft und des globalen Handels f&uuml;hlten sich die Ladakhi arm und ungl&uuml;cklich, wie ist das m&ouml;glich? Die moderne Wirtschaft f&uuml;hrte vor allem einen psychologischen Wandel vom kollektiven Wohlbefinden zum individuellen Erfolg mit sich. Vergleichen Sie dies mit Ken Wilbers AQAL-Rahmenkonzept. Die Werbebranche hat ihren Teil zu dieser Ver&auml;nderung der Selbstwahrnehmung beigetragen.<br /><br />Dennoch verzerrt es den Fokus, die Globalisierung zum neuen Feind zu machen. Nicht die Globalisierung ist der Feind, sondern die macht- und profitorientierten Akteure, die die Globalisierung als Mittel nutzen, um ihre Ziele auf Kosten der Menschen und der nat&uuml;rlichen Ressourcen zu verfolgen. 15 Jahre nach der Entstehung dieses Films ist es offensichtlich, dass die Dichotomie zwischen Globalisierung und Lokalisierung &uuml;berwunden werden muss. Wir sind Mitglieder eines Superorganismus, eines Raumschiffs, und m&uuml;ssen zusammenarbeiten, um weiterhin ein Zuhause zu haben. Wir m&uuml;ssen das Denken in In- und Out-Gruppen hinter uns lassen. Das ist die globalistische Dimension in dieser Gleichung.<br /><br />Wir ben&ouml;tigen jedoch einen Anker auf menschlicher Ebene in dieser Welt, und wir k&ouml;nnen nur an einem konkreten Ort leben und Beziehungen zu einer Handvoll realer Menschen pflegen. Als solche sind wir als menschliche Spezies wie jedes andere S&auml;ugetier tief mit einem bestimmten lokalen Gebiet verbunden, f&uuml;r das wir als Verwalter fungieren und dessen Integrit&auml;t f&uuml;r zuk&uuml;nftige Generationen bewahren sollten. Das ist die lokalistische Dimension in dieser Gleichung.<br /><br />Die Zukunft ist &ndash; mangels einer besseren Formulierung &ndash; glokal. Das Bild, das ich mir f&uuml;r diese Zukunft vorstelle, ist jedoch ein menschlicher Bienenstock, d. h. ein globaler Planet, der organisatorisch in lokalen Waben strukturiert ist. Was wir an diesem Wendepunkt der Menschheitsgeschichte brauchen, ist ein organisatorisches R&uuml;ckgrat, damit die Waben bei Fragen von regionaler und globaler Relevanz miteinander interagieren k&ouml;nnen. Eine neue Weltbank, die die Struktur eines menschlichen Bienenstocks &uuml;bernimmt und das Konzept des Nationalstaats aufgibt, k&ouml;nnte sehr gut ein solches organisatorisches R&uuml;ckgrat sein.<br /><br />Sie w&uuml;rde jedoch nicht mit Diplomaten besetzt sein, die in eleganten B&uuml;ros in New York, London oder Hongkong sitzen, sondern ihre Delegierten w&auml;ren die B&uuml;rgermeister von D&ouml;rfern, St&auml;dten und Bezirken, die die Interessen ihrer Gemeindemitglieder vertreten. Vergleiche dazu <a href="https://www.researchgate.net/publication/340023596_The_Breakdown_of_Nations_through_a_Bioregional_Blockchain?_sg%5B0%5D=rkCPyQj1PTsK9zcJVyCHopqNAhrqNpKApnjKZk2PI3NvMD_0eXOMac5UNEvRd1rk7Sma_wNfcrx1A1KnH1Td7Y6UINNqKTj0eTsIvPuP.6qHi3jBDRQ9eWMVyTyICZ7iWM0a3ii0AEhiu2TN_8WQZ_swCcXZY0BeSaFdtqi3_uJ3rQPzkuMHypa9kUcAWLw&amp;_tp=eyJjb250ZXh0Ijp7ImZpcnN0UGFnZSI6InB1YmxpY2F0aW9uIiwicGFnZSI6InByb2ZpbGUiLCJwcmV2aW91c1BhZ2UiOiJwcm9maWxlIiwicG9zaXRpb24iOiJwYWdlQ29udGVudCJ9fQ">Leopold Kohrs &bdquo;The Breakdown of Nations&rdquo;.</a> Wir m&uuml;ssen die Demokratie verj&uuml;ngen, sie agiler und weniger repr&auml;sentativ, sondern direkter gestalten. Wir m&uuml;ssen die Machtkonzentration bei gro&szlig;en L&auml;ndern und Unternehmen aufbrechen.<br /><br />Weitere Beobachtungen - jedes Mal gibt der Film etwas Neues her:<ul><li>Interessantes Interview mit chinesischen Jugendlichen &uuml;ber ihre kulturelle Selbstwahrnehmung. Es w&auml;re heutzutage schwierig, einen Chinesen zu finden, der dies sagt.</li><li>Die Urbanisierung ist sehr ressourcenintensiv und hat h&ouml;here &ouml;kologische Auswirkungen auf den Planeten als das Leben auf dem Land.</li><li>Wir m&uuml;ssen die Institutionen &auml;ndern, die die Welt strukturieren und lenken &ndash; individuelle Entscheidungen k&ouml;nnen Gesellschaften nicht in dem Ma&szlig;e ver&auml;ndern, wie es erforderlich w&auml;re.</li><li>Wir m&uuml;ssen lokale Identit&auml;ten entwickeln: Die Integration des Bioregionalismus in die &ouml;ffentliche Bildung ist ein hervorragendes Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.</li><li>Emotional st&auml;rkste Szene: Ladhaki-Frauen in einem westlichen Altenheim beobachten eine apathische alte Frau, die allein vor dem Fernseher sitzt.</li><li>Norberg-Hodges L&ouml;sung deckt sich mit Bill Plotikins Beobachtung, dass die Herstellung einer Verbindung zu anderen Menschen und zur Natur die wichtigste Aufgabe in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen ist.</li></ul></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[AuFSTIEG DER ROBOTER - 10 Jahre Später]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/aufstieg-der-roboter-10-jahre-spater]]></link><comments><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/aufstieg-der-roboter-10-jahre-spater#comments]]></comments><pubDate>Wed, 24 Dec 2025 20:41:57 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.mingong.org/blog-de/aufstieg-der-roboter-10-jahre-spater</guid><description><![CDATA[       Das Buch ist auch zehn Jahre nach seiner Ver&ouml;ffentlichung noch immer von gro&szlig;er Relevanz. Dies liegt nicht daran, dass es hellseherische Vorhersagen dar&uuml;ber trifft, welche Technologien die Zukunft pr&auml;gen werden, sondern daran, dass es sich mit der Frage befasst, wie diese Technologien die menschliche Arbeit, die Arbeitsm&auml;rkte und unseren gesellschaftlichen Umgang mit der Verteilung von Wohlstand ver&auml;ndern werden, insbesondere da Arbeitspl&auml;tze zunehmend  [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/cew0tqowmaaq-h1_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph" style="text-align:left;">Das Buch ist auch zehn Jahre nach seiner Ver&ouml;ffentlichung noch immer von gro&szlig;er Relevanz. Dies liegt nicht daran, dass es hellseherische Vorhersagen dar&uuml;ber trifft, welche Technologien die Zukunft pr&auml;gen werden, sondern daran, dass es sich mit der Frage befasst, wie diese Technologien die menschliche Arbeit, die Arbeitsm&auml;rkte und unseren gesellschaftlichen Umgang mit der Verteilung von Wohlstand ver&auml;ndern werden, insbesondere da Arbeitspl&auml;tze zunehmend als Verteilungsmechanismus an Bedeutung verlieren.<br /><br />Die Krise der nat&uuml;rlichen Ressourcen ist schlie&szlig;lich weniger relevant &ndash; ja, ich h&ouml;re schon alle Vertreter der Regenerationsbewegung und der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt fragen: &bdquo;Was ist los mit ihm?&ldquo; &ndash;, aber meiner Meinung nach liegt der Schl&uuml;ssel zur L&ouml;sung der Krise der nat&uuml;rlichen Ressourcen in der L&ouml;sung der Krise der Humanressourcen.<br /><br />Wir erleben eine Bewusstseinskrise, wie der verstorbene Jiddu Krishnamurti einmal sagte, die so ernst geworden ist, dass sie sich zu einer sozialen und &ouml;kologischen Katastrophe von globalem Ausma&szlig; entwickelt hat.<br /><br />Es gibt bereits eine gro&szlig;artige filmische Darstellung dieses Dilemmas in <a href="https://ark.greensteps.me/page/downsizing-our-upscaling/">Alexander Paynes</a> Downsizing. ROW sollte Chinas rasanten technologischen Fortschritt in Verbindung mit seinem staatskapitalistischen Modell als Chance betrachten, soziale Innovationen einzusetzen und die n&auml;chste Bewusstseinsstufe zu erreichen.<br /><br /><ol><li><strong>Technologie und sozialer Fortschritt</strong><br></li></ol><br><ul><li>Automatisierung ist eine Voraussetzung f&uuml;r mehr soziale Gerechtigkeit und die Entfaltung des menschlichen Potenzials: Die EU und ihre Mitgliedstaaten investieren zu wenig in mechanische und digitale Automatisierung und gef&auml;hrden damit das Wohlergehen und den Lebensstandard.<br></li><li>Ein Masterplan f&uuml;r die Automatisierung ist erforderlich: Automatisieren Sie, was Menschen nicht gerne tun, als Schwerpunkt des Technologieeinsatzes und erm&ouml;glichen Sie es Menschen, Berufe zu ergreifen, die sie tats&auml;chlich aus&uuml;ben m&ouml;chten.</li><li>Es bedarf eines Masterplans f&uuml;r die Automatisierung: Automatisieren Sie, was Menschen nicht gerne tun, als Schwerpunkt des Technologieeinsatzes und erm&ouml;glichen Sie es den Menschen, Berufe zu ergreifen, die sie tats&auml;chlich aus&uuml;ben m&ouml;chten.</li><li>Die Elektrifizierung muss eine industrielle Priorit&auml;t sein: Saubere, erneuerbare und ausreichende (PV-)Energie ist die Grundlage f&uuml;r eine zunehmende Automatisierung, um die Umwelt nicht zu belasten und die Automatisierung zu einer Kraft f&uuml;r soziales UND &ouml;kologisches Wohl zu machen.</li><li>China hat die oben genannten drei S&auml;ulen des Fortschritts verstanden und setzt sie vorbildlich um. Trotz seiner Vorteile einer hohen Bev&ouml;lkerungsdichte und eines gro&szlig;en Binnenmarktes hat S&uuml;dkorea gezeigt, dass ein hoher Grad an industrieller Automatisierung nicht von einer gro&szlig;en Bev&ouml;lkerung abh&auml;ngig ist.</li><li>Betrachtet man die IFR-Daten f&uuml;r 2024 (10 Jahre nach der Ver&ouml;ffentlichung von Fords Buch), wird deutlich, dass das marxistische China den Staatskapitalismus eingesetzt hat, um zum weltweit gr&ouml;&szlig;ten Eigent&uuml;mer von Produktionsanlagen zu werden. Wenn China als &bdquo;ein Unternehmen&rdquo; betrachtet wird, hat es sich zum weltweit f&uuml;hrenden Kapitalisten entwickelt (vergleiche Handelsdefizit 2025) und den Rest der Welt in einen Klassenkampf getrieben.</li><li>China wendet gro&szlig; angelegte Strategien der primitiven Akkumulation an, um sein System am Laufen zu halten. Die industrielle Fischerei ist ein eindrucksvolles Beispiel daf&uuml;r. Die F&ouml;rderung und Produktion von seltenen Erden ist ein weiteres.<br></li></ul><strong><br />2. Soziale</strong> <strong>Innovation </strong><br><br><ul><li>Soziale Innovation ist die M&ouml;glichkeit f&uuml;r den Rest der Welt, Chinas industrielle Macht in einem wettbewerbsorientierten Wettlauf auszugleichen, der massive Verschwendung verursacht. Eine B&uuml;rgerdividende muss auf kommunaler Ebene gepr&uuml;ft werden. Kommunen sollten Leopold Kohrs Idee der Dorfverwaltung anwenden und mit den richtigen Anreizen zum Arbeiten und zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben experimentieren.</li><li>Eine bedingte B&uuml;rgerdividende ist das Mittel, das mehr Sozialkapital und weniger Umweltbelastung garantiert. Das Grundeinkommen sollte von den Regionen und Kommunalverwaltungen entsprechend dem Beitrag, d. h. dem Nachweis der Arbeit, gezahlt werden.</li><li>Jason Hickel berechnet, dass 65 % des US-BIP &ndash; und damit eine unermessliche Menge an Ressourcen und Arbeitszeit &ndash; wegfallen w&uuml;rden, wenn das Ziel einer Wirtschaft allgemeines Wohlergehen statt nationaler Wohlstand w&auml;re. Seinen Berechnungen zufolge w&uuml;rde in den USA ein Einkommen von 14.000 US-Dollar ausreichen, um ein maximales Wohlbefinden zu erreichen, w&auml;hrend das derzeitige Pro-Kopf-BIP bei 59.000 US-Dollar liegt. Die Systemtransformation im Anthropoz&auml;n ist daher ein Klassenkampf unter neuen Voraussetzungen.</li><li>In Verbindung mit den vorhersehbaren und bereits einsetzenden Folgen der Automatisierung und des maschinellen Lernens ist ein Umdenken in Bezug auf das Konzept der &bdquo;Lohnarbeit&rdquo; unvermeidlich. Wir m&uuml;ssen Experimente in Modellarbeitsm&auml;rkten durchf&uuml;hren, die entweder traditionelle Lohnarbeit mit Sozialarbeit kombinieren oder die Lohnarbeit ganz abschaffen. Die Frage ist, ob wir eine Gesellschaft wollen, in der die Menschen nur arbeiten, um zu &uuml;berleben, oder eine Gesellschaft, in der die Menschen arbeiten, um zu leben.</li><li>In Verbindung mit den vorhersehbaren und sich bereits abzeichnenden Folgen der Automatisierung und des maschinellen Lernens ist ein Umdenken im Konzept der &bdquo;Lohnarbeit&rdquo; unumg&auml;nglich. Wir m&uuml;ssen Experimente in Modellarbeitsm&auml;rkten durchf&uuml;hren, die entweder traditionelle Lohnarbeit mit sozialen und &ouml;kologischen Beitr&auml;gen verbinden oder Arbeit als Teil &bdquo;extraktiver Wirtschaftssysteme&rdquo; g&auml;nzlich verbieten.</li><li>Eine umfassende &bdquo;dezentrale Wertberechnung&rdquo; (distributed value accounting) der sozialen und &ouml;kologischen Auswirkungen jeder (beruflichen) T&auml;tigkeit ist erforderlich, wenn wir destruktives Verhalten sinnvoll von regenerativen Handlungen trennen m&ouml;chten.<br></li></ul><br><em>&bdquo;Nur sehr wenige Ereignisse haben einen so gro&szlig;en Einfluss auf die Zivilisation wie eine Ver&auml;nderung der Grundprinzipien der Arbeitsorganisation.&rdquo; &ndash; Peter F. Drucker</em><br />&nbsp;<br /><br /></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/editor/picture1.png?1766609029" alt="Picture" style="width:664;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div style="text-align:center;"><div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div> <a class="wsite-button wsite-button-small wsite-button-normal" href="https://seafile.greensteps.me/f/12e0222948264c72b952/" target="_blank"> <span class="wsite-button-inner">ALS PDF LADEN</span> </a> <div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Werte – Ein Kompass für die Zukunft]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/werte-ein-kompass-fur-die-zukunft]]></link><comments><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/werte-ein-kompass-fur-die-zukunft#comments]]></comments><pubDate>Thu, 16 Oct 2025 19:39:47 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.mingong.org/blog-de/werte-ein-kompass-fur-die-zukunft</guid><description><![CDATA[           Buch: https://www.brandstaetterverlag.com/buch/werte/Ausgew&auml;hltes Interview zum Buch: https://www.youtube.com/live/CzEBLYOeXXQ?si=TBWS_Z1R1XeEQUIv&nbsp;Autorin: https://de.wikipedia.org/wiki/Maja_G%C3%B6pel#        Im Ende 2024 erschienenen Buch versucht die Politikwissenschafterin und Transformations-forscherin Maja G&ouml;pel einer grundlegenden Frage auf den Grund zu gehen: Was sind die Rahmenbedingungen, die unser Handeln steuern / erm&ouml;glichen?Sie widmet sich in der Antw [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/image_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div><div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div> <hr class="styled-hr" style="width:100%;"></hr> <div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div></div>  <div class="paragraph">Buch: <a href="https://www.brandstaetterverlag.com/buch/werte/">https://www.brandstaetterverlag.com/buch/werte/</a><br />Ausgew&auml;hltes Interview zum Buch: <a href="https://www.youtube.com/live/CzEBLYOeXXQ?si=TBWS_Z1R1XeEQUIv">https://www.youtube.com/live/CzEBLYOeXXQ?si=TBWS_Z1R1XeEQUIv</a>&nbsp;<br />Autorin: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maja_G&ouml;pel">https://de.wikipedia.org/wiki/Maja_G%C3%B6pel</a>#<br></div>  <div><div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div> <hr class="styled-hr" style="width:100%;"></hr> <div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph">Im Ende 2024 erschienenen Buch versucht die Politikwissenschafterin und Transformations-forscherin Maja G&ouml;pel einer grundlegenden Frage auf den Grund zu gehen: Was sind die Rahmenbedingungen, die unser Handeln steuern / erm&ouml;glichen?<br /><br />Sie widmet sich in der Antwort den Werten Sicherheit, Freiheit und Wohlstand, und diskutiert diese Werte innerhalb der Demokratie, die sie mit den Begriffen Transparenz und Chancen-gleichheit aufl&auml;dt. In f&uuml;nf kurzen Kapiteln versucht sie zu zeigen, dass es m&ouml;glich ist, ins gemeinsame Handeln zu finden und greift zentral das Problem der gesellschaftlichen Spaltung &ndash; insbesondere in der politischen Arena - auf, das notwendige Ma&szlig;nahmen in einer Situation der multiplen Krisen blockiert.<br /><br />In gewisser Weise spiegelt sie damit zeitversetzt die Er&ouml;rterungen ihres fachlichen Kollegen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Francis_Fukuyama">Francis Fukuyama</a> wider, der bereits vor 25 Jahren f&uuml;r die USA in seinem Buch <a href="https://www.darkmatteressay.org/the-great-disruption-by-francis-fukuyama.html">The Great Disruption</a> ein Bild der Spaltung und des Niedergangs schilderte, dessen Grund er im Korrodieren von sozialem Kapital und damit in letzter Instanz gegenseitigem Vertrauen fand. <br /><br />Der Historiker Niall Ferguson stellte eine &auml;hnliche Forschungsfrage in seinem Buch <a href="http://www.goodreads.com/book/show/10475421-civilization">Civilization: The West and the Rest.</a> Warum konnte das zur&uuml;ckgebliebene Europa in der Neuzeit beinahe die ganze Welt unterwerfen und zu einer f&uuml;hrenden Zivilisation werden? Seine Antwort sind 6 Killer Apps, die an der Schnittstelle zwischen Werten, Institutionen und Infrastuktur liegen. <br /><br />Auch der amerikanische Journalist Ezra Klein widmete sich 2020 der gesellschaftlichen Spaltung in <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Why_We%27re_Polarized">Why we are polarized</a>, kommt aber &auml;hnlich wie Ferguson zum Schluss, dass nicht nur gemeinsame Werte, sondern vor allem Institutionen, die unterschiedliche Werte produktiv verbinden, die Grundlage eines funktionierenden Staates sind.</div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/published/killer-apps-orig.png?1760643852" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph">Aber was sind denn eigentlich Werte? F&uuml;r die einen sind <em>Werte erstrebenswerte, </em><a href="https://www.values-academy.de/moral/"><em>moralisch</em></a><em> oder </em><a href="https://www.values-academy.de/ethik-moral-recht/"><em>ethisch</em></a><em> als gut befundene spezifische Wesensmerkmale von Personen innerhalb einer </em><a href="https://www.values-academy.de/wertegemeinschaften/"><em>Wertegemeinschaft</em></a><em>. Aus bevorzugten Werten und </em><a href="https://www.values-academy.de/werte-und-normen/"><em>Normen</em></a><em> entstehen Denkmuster, Glaubenss&auml;tze und Handlungsmuster sowie eine dementsprechende </em><a href="https://www.values-academy.de/haltung/"><em>Geisteshaltung</em></a><em>. F&uuml;r die anderen sind g</em>esellschaftliche Werte das Werbeplakat der politischen Macht.<br /><br />Das <a href="https://www.researchgate.net/publication/317266853_Psychologische_Arbeiten_zur_Struktur_menschlicher_Werte">Strukturmodell menschlicher Werte</a> (vgl. Schwartz, 1992) ersch&ouml;pft sich allerdings nicht darin, die Vielzahl menschlicher Werte zehn einander erg&auml;nzenden Wertetypen zuzuordnen; vielmehr k&ouml;nnen diese von ihm auch als Grundwerte bezeichneten Wertetypen auf einer allgemeineren Ebene zu vier Werten h&ouml;herer Ordnung zusammengefasst werden. <br /><br />Sie bilden dann eine zweidimensionale Wertestruktur, in der sich Selbsttranszendenz (Universalismus und Benevolenz) und Selbsterh&ouml;hung (Macht und Leistung) gegen&uuml;berliegen und ebenso Wahrung des Bestehenden (Konformit&auml;t, Tradition und Sicherheit) und Offenheit f&uuml;r Neues (Stimulation und Selbstbestimmung). Hedonismus ist in dieser Struktur ein Grenzfall, der nach Schwartz sowohl Gemeinsamkeiten mit Selbsterh&ouml;hung als auch mit Offenheit aufweist.<br /></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/abbildung-1-strukturmodell-menschlicher-werte-vgl-schwartz-1992-die-theorie-von_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><font size="3"><span>Fest steht, dass Werte &auml;hnlich wie Religion eine verbindende Wirkung haben, und innerhalb einer Gesellschaft ein gemeinsamer </span><font><span>oft</span></font><font><span> unausgesprochener Nenner sind. Werteverlust wurde erstmals vom Soziologen Emil</span></font><font><span>e</span></font><font><span> Durkheim Ende des 19 JH </span></font><font><span>als Anomie beschrieben. Der R&uuml;ckgang von religi&ouml;sen Normen und Werten f&uuml;hrt nach Durkheim unweigerlich zu St&ouml;rungen und zur Verringerung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialphilosophie">sozialer Ordnung</a>. Aufgrund von Gesetz- und Regellosigkeit sei dann die gesellschaftliche Integration nicht l&auml;nger gew&auml;hrleistet. Dieser Zustand tritt oft in Phasen schnellen gesellschaftlichen Wandels wie der Industrialisierung auf, was zu sozialer Desintegration, Verwirrung und einem erh&ouml;hten Aufkommen von sozialen Problemen wie Kriminalit&auml;t und Suizid f&uuml;hren kann.</span></font></font></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/anomiebegriff-durkheim_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font><span>Anmerkungen zu den f&uuml;nf</span></font></strong><strong><font><span> Kapitel</span></font></strong><strong><font><span>n</span></font></strong><br></h2>  <div class="paragraph"><font><strong>1. Die Mehrheit m&ouml;chte kooperieren &ndash; sie vermutet nur nicht, dass es die anderen auch wollen. Doch Zusammenarbeit ist der Schl&uuml;ssel, um Krisen zu bew&auml;ltigen.</strong></font></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph">Anmerkung: wer mit wem? Ist diese Frage national oder global zu verstehen? Gerade in einer Zeit, wo wir zunehmend erkennen, dass wir in einem planetaren &Ouml;kosystem wirtschaften, k&ouml;nnen sich Werte nicht nur auf Landesgrenzen erstrecken. Das kann bestenfalls ein Anfang sein.<br /><br />In der Frage zur Verteilung von Wohlstand und der Einf&uuml;hrung Grundeinkommen l&auml;&szlig;t G&ouml;pel erkennen, dass es Ma&szlig;nahmen und Infrastruktur bedarf, um den Beitrag der B&uuml;rger nicht nur zu erwarten, sondern auch einfordern zu k&ouml;nnen: &bdquo;Ich habe das Gef&uuml;hl, dass wir uns auf der linken Seite etwas vormachen. Dass dann alle zuf&auml;llig etwas f&uuml;r die Republik tun w&uuml;rden, wenn sie den Freiraum h&auml;tten, weil sie sich um keine finanzielle Versorgung k&uuml;mmern m&uuml;ssen, das halte ich f&uuml;r eine steile These.&ldquo;<br />&nbsp;<br />Um Kooperation zu beschreiben, arbeitet sie mit den Begriffen checkin &ndash; checkout. Checkin f&uuml;r Beteiligung und Solidarit&auml;t, checkout f&uuml;r Apathie und R&uuml;cksichtslosigkeit. G&ouml;pel ist der der Meinung, dass wir jetzt den checkin brauchen &ndash; jeder muss bereit sein, etwas beizutragen, damit der Laden hier wieder l&auml;uft.&nbsp; Damit gibt sie wieder, was der Philosoph David Richard Precht in seinem Buch <a href="https://www.goodreads.com/book/show/57557177-von-der-pflicht">Von der Pflicht</a> anl&auml;sslich der Covid-19 Pandemie verlangt hat.</div>  <div><div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div> <hr class="styled-hr" style="width:100%;"></hr> <div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div></div>  <div class="paragraph"><font><strong>2. Wohlstand erneuern geht &ndash; wenn wir die richtigen Ma&szlig;st&auml;be anlegen. Wir brauchen ein neues Verst&auml;ndnis davon, was wirklich z&auml;hlt, statt uns an alten Zielwerten festzuklammern.</strong></font></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph">Anmerkung: vgl im Hinblick auf neue Zielwerte das interessante <a href="https://www.youtube.com/watch?v=59WB0im3lLg">Konzept von Sobriete</a> (Besonnenheit auf Deutsch) von Jean-Marc Jancovici, welches sich aus der Knappheit nat&uuml;rlicher Ressourcen f&uuml;r Europa notwendigerweise ergibt und welches er den Begriffen Armut und &Uuml;berflu&szlig; gegen&uuml;berstellt. Sobriete kann als ein frei gew&auml;hlter Minimalismus verstanden werden, der an buddhistische M&auml;&szlig;igung erinnert.</div>  <div><div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div> <hr class="styled-hr" style="width:100%;"></hr> <div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div></div>  <div class="paragraph"><font><strong>3. Politik kann wirksam sein &ndash; wenn wir B&uuml;rokratie innovativ umbauen. Statt den Staat abzubauen, m&uuml;ssen wir ihn so gestalten, dass er mutige Ver&auml;nderungen m&ouml;glich macht.</strong></font></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph"><font>Anmerkung: ein Umbau inkludiert den Abbau wo der Staat zum Hindernis geworden ist. Die <a href="https://www.mingong.org/blog-en/on-failing-democracies-and-spheres-of-justice">drei S&auml;ulen geteilte Macht, geteilter Wohlstand und geteilte Verantwortung</a> m&uuml;ssen in eine neue Verfassung gegossen und innerhalb des Staates lean management durch den massiven Einsatz von Digitalisierung praktiziert werden.&nbsp;</font></div>  <div><div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div> <hr class="styled-hr" style="width:100%;"></hr> <div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div></div>  <div class="paragraph"><font><strong>4. Wettbewerbsf&auml;hig wird, wer klug bilanziert. Wir brauchen neue Messgr&ouml;&szlig;en, die Natur, Soziales und Menschlichkeit ber&uuml;cksichtigen &ndash; und nicht nur Wachstum um jeden Preis.</strong></font></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph"><font>Anmerkung: klingt nach <a href="https://ark.greensteps.me/page/white-paper/">triple health</a> </font>&ndash; siehe Infografik unten. Distributed Value Accounting (DVA) kann hierzu als pragmatische L&ouml;sung sowie als neue digitalisierte Institution dienen, um zukunftsf&auml;higes Verhalten zu belohnen zB mit einem bedingten Grundeinkommen und gemeinsame Werte zu schaffen.<br /><br></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/screenshot-2024-09-12-at-10-25-08-pm-768x819_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div><div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div> <hr class="styled-hr" style="width:100%;"></hr> <div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div></div>  <div class="paragraph"><font size="3"><strong>5. Anstand ist unser Anker im Sturm. Gerade in unsicheren Zeiten gibt er Orientierung und verbindet uns, wenn wir gemeinsam handeln.</strong></font></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph"><font size="3">Anmerkung: diese Aussage ist zwar grunds&auml;tzlich richtig und erinnert an Viktor Frankls psychoanalytischer Schule zur Essenz der Menschlichkeit. Die Realit&auml;t hat uns aber gezeigt, dass dieser Anstand nicht erwartet, sondern nur unter bestimmten Rahmenbedingungen gef&ouml;rdert werden kann. In Zeiten von Anomie gilt vielmehr, was Isaac Asimov einmal treffend in seiner <a href="https://ark.greensteps.me/page/population-and-the-decline-of-democracy/">bathroom metaphor</a> beschrieb: wenn eine Horde von Menschen auf eine Toilette st&uuml;rmt, dann ist es mit dem Anstand schnell zu Ende und es bedarf klarer Regeln, einem Zeitplan, einem gesellschaftlichem Design, das wie Friedrich von Boerries in Weltentwerfen schreibt &ndash; unterwirft. </font><br></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/published/democracy-alternatives.jpg?1761077734" alt="Picture" style="width:614;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <h2 class="wsite-content-title"><font><strong><span>Buchentstehung</span></strong></font><br></h2>  <div class="paragraph"><font>Es ist interessant, dass dieses Buch beim Wiener Verlag Brandst&auml;tter erschienen ist und der ehemalige Finanzminister Hannes Androsch als Herausgeber ausgewiesen wird. Androsch verstarb Ende 2024, womit die Ver&ouml;ffentlichung dieses Buches der letzte Akt im umtriebigen Leben des SP&Ouml; Funktion&auml;rs und Unternehmers gewesen ist. Was er zu dessen Entstehung beigetragen hat, ist unklar. </font><br /><br /><font>Zu G&ouml;pels Biographie ist anzumerken, dass sie in sehr privilegierten Verh&auml;ltnissen aufgewachsen ist. Als einziges Kind einer Medizinerin und eines Gesundheits-wissenschafters verbrachte sie ihre Kindheit in einer &ouml;kologischen Hausgemeinschaft in der N&auml;he von Bielefeld. Man darf mutma&szlig;en, dass das Versagen des Gesundheitssystem iSv Spezialintervention im Falle von Krankheit eines Individuums ein t&auml;gliches Thema am Abendtisch gewesen sein muss, und sich G&ouml;pel wohl aufgrund dieser Pr&auml;gung einen soziologischen Zugang zum Thema Gesundheit angeeignet hat: wie mu&szlig; eine Gesellschaft aufgestellt sein, damit Krankheit erst gar nicht entsteht? </font><br /><br />G&ouml;pel promovierte in politischer Ideengeschichte, womit sie beim Schreiben eines Buches &auml;hnlich wie Jared Diamond oder Yuval Harari eine &bdquo;longitudinal perspective&ldquo; einnimmt.<font>&nbsp;Anstatt Begriffe als statisch einzuordnen, hinterfragt sie deren Entstehung und Ver&auml;nderung. So gibt sie sich irritiert, wenn Begriffe wie soziale Marktwirtschaft verwendet werden, und sich alle in diesem Begriff verorten, aber nicht f&uuml;r sich gekl&auml;rt haben, was damit gemeint ist. </font><br /><br /><font>Die Sch&ouml;pfer der sozialen Marktwirtschaft w&uuml;rden heute laut G&ouml;pel alle sagen: &bdquo;Habt ihr noch alle Latten am Zaun, dass ihr die Techkonzerne so gerieren l&auml;sst und sie dann noch als Unternehmen bezeichnet, die angeblich in einem Markt stehen.&ldquo; Techkonzerne haben ihr zu folge Monopolstrukturen entworfen und f&uuml;hren eine Planwirtschaft in Konzernh&auml;nden.&nbsp;</font></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/screen-shot-2018-03-07-at-6-20-40-pm-orig_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <h2 class="wsite-content-title"><font><strong>Design als L&ouml;sungsinstrument und China als Vorbild</strong></font><br></h2>  <div class="paragraph">Als L&ouml;sung der Handlungsblockade diskutiert G&ouml;pel <strong>Design als die Anordnung von Elementen um ein Ziel zu erreichen.</strong> Anstatt sich in ideologischen Lagern zu verschanzen, muss es innerhalb einer Gesellschaft m&ouml;glich sein, pragmatisch an jenen Zielen zu arbeiten, die f&uuml;r alle ein gutes Ergebnis bewirken. Es ist erkenntnistheoretisch &uuml;beraus bemerkenswert, dass sie als Politikwissenschafterin erstmals mit Design als Werkzeug gearbeitet hat, weil es pragmatisch nach dem Ergebnis fragt, und unideologisch unterschiedliche Elemente anordnet, um definierte Ziele zu erreichen.<br /><br /><font>Das Buch erinnert stark an die Schriften des holl&auml;ndischen Historikers Rutger Bregman, der mit Utopia for Realists und Humankind: A hopeful history &auml;hnliche &Uuml;berlegungen anstellt wie G&ouml;pel. Es unterscheidet sich jedoch von Bregman, indem G&ouml;pel implizit als Politikwissenschafterin Elemente des chinesischen politischen Systems f&uuml;r &bdquo;westliche Demokratien&ldquo; fordert: </font><br /><br /><font>- Lager&uuml;bergreifendes Handeln ist die Essenz des chinesischen Einparteinstaates</font><br /><font><font>- </font><font>Effektive B&uuml;rokratie wird in China durch star</font><font>k</font><font>e Digitalisierung <a href="http://www.mycountryandmypeople.org/01-blog-2133823458/-wechat-governance-20-good-wechat-governance">zB &uuml;ber alipay und wechat</a> erm&ouml;glicht</font></font><br /><font>- Langfristige Ziele werden durch die Kontinuit&auml;t der Regierung und wiederkehrende F&uuml;nfjahrespl&auml;ne erfolgreich verfolgt</font><br /><font><font>- politischer <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pragmatism">Pragmatismus</a>: die in den USA Ende des 19 JH ersonnene Philosophie wird unter einigen Sinologen als Fundament des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas gesehen.</font></font><br></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/1855994-orig_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <h2 class="wsite-content-title"><strong><font><span>Kritik UND anregungen</span></font></strong></h2>  <div class="paragraph">Mein zentraler Kritikpunkt an diesem Buch ist der Mangel an technologischem Einblick und Verst&auml;ndis sowie der Fokus auf Werte, aber das komplette Fehlen von sinnvoller Infrastruktur und Institutionen (siehe Niall Ferguson und Ezra Klein weiter oben), um diese Werte zu implementieren. G&ouml;pel versucht durch ein gutes ideentheoretisches Konstrukt eine pragmatische L&ouml;sung in der politischen Arena herbeizudenken, und bleibt damit auf der westlichen Schiene des Rechtsstaates, die im Gegensatz zum fernostasiatischen Ingenieursstaates steht.<br /><br />Der &uuml;berbordende Rechtsstaat hat den homo faber im Westen - vielleicht in der Angst er k&ouml;nnte zum verr&uuml;ckten Erfinder Rotwang wie in <a href="https://www.mingong.org/blog-en/film-review-metropolis-1927-and-its-current-relevance">Fritz Langs Metropolis</a> werden &ndash; wohl aber eher weil die an der Macht sitzenden Eliten keine Ver&auml;nderung des Status Quo wollen - erstickt. Der Ingenieursstaat hingegen bleibt im Handeln und ordnet B&uuml;rokratie und Prozesse einem Gesamtziel unter. So bleibt er agil und erspart sich l&auml;hmende Begutachtungen und demokratische grassroot Querelen. Er ist im Idealfall von einer Vision (wie dem China Dream) getragen, die der Gesellschaft Fortschritt nicht nur verspricht, sondern auch liefert.<br /><br />As the saying goes: culture eats strategy for breaktfast. Die 16 sozialistischen Kernwerte, die die KPC seit Xi Jinpings Macht&uuml;bernahme predigt, sind analog zu G&ouml;pels Werten der moralische Unterbau, der dieses gesellschaftspolitische System tr&auml;gt. Dazu im Detail bei Dan Wangs neuem Buch Breakneck und Ian Johnsons <a href="http://www.mycountryandmypeople.org/20-20215205402345920256-value-propaganda.html">The Souls of China.</a></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0px;margin-right:0px;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/the-core-values-of-chinese-socialism_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%">Chinas 16 sozialistische Kernwerte</div> </div></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph">G&ouml;pel kritisiert Menschen, die sich automatisch innerhalb von Begriffen wie sozialer Marktwirtschaft verorten, aber nicht hinterfragen, was damit wirklich gemeint ist. Letztlich stellt sie sich gegen eine Lagerbildung und versucht zu ergr&uuml;nden, was notwendig ist, um lager&uuml;bergreifend zu agieren. Durch die unreflektierte Verortung im Begriff Demokratie macht sie aber denselben Fehler, weil sie zwei Lager bildet, n&auml;mlich den &bdquo;demokratischen Westen&ldquo; und den &bdquo;totalit&auml;ten Osten&ldquo; &ndash; wir m&uuml;ssen lernen, von beiden gesellschaftlichen Systemen das aufzugreifen, was die Menschheit insgesamt voranbringt. Denn weder eine schlappe Demokratie (was auch immer in diesem Begriff drinsteckt) noch eine die Weltherrschaft an sich rei&szlig;ende Diktatur chinesischer Pr&auml;gung kann der Weisheit letzter Schluss sein.&nbsp;<br /><br />Der renommierte Sinologe <a href="https://portal.dnb.de/opac/showFullRecord?currentResultId=%22121108821%22+sortBy+jhr%2Fsort.ascending%26any&amp;currentPosition=69">Oskar Weggel</a> schrieb im Jahr 1997 &uuml;ber eine Zukunft <em>mit 12 Milliarden Menschen, eng gewordenen R&auml;umen und knappen Rohstoffen: in einer solchen Umgebung mu&szlig; die Verherrlichung des Individuums, wie sie sich in der neuzeitlichen Philosophie &ndash; und in den westlichen Industriestaaten &ndash; durchgesetzt hat, durchaus als &bdquo;Luxussch&ouml;pfung&ldquo; erscheinen, die weder der Menschheitsgeschichte insgesamt noch den Perspektiven eines &bdquo;posteurop&auml;ischen&ldquo; Zeitalters angemessen ist. </em><br /><br /><em>Der klassische Konfuzianismus war ein Kind der Not &ndash; und erteilte als solches Antworten auf die Frage, wie Verteilungsk&auml;mpfe unblutig gel&ouml;st und wie Formen dichten Zusammenr&uuml;ckens m&ouml;glichst konfliktfrei gestaltet werden k&ouml;nnen. Im Zeichen abnehmender Optionen und zunehmender Beengung k&ouml;nnte er sich erneut als Zuflucht und Ratgeber erweisen! Globalisierung w&uuml;rde sich dann andersrum, n&auml;mlich von Ost nach West entfalten!<br /></em><br />Im Sinne von Weggel muss in einer Zeit der begrenzten Ressourcen und der wachsenden Bev&ouml;lkerung notwendiges Verhalten eingefordert werden &ndash; von allen Mitgliedern der Gesellschaft. Dieses Einfordern bedarf eines transparenten und fairen Systems, welches in der Form von <a href="https://www.frontiersin.org/journals/blockchain/articles/10.3389/fbloc.2020.00029/full">distributed value accounting (DVA)</a> m&ouml;glich ist. Dabei geht es nicht um die in Europa so gef&uuml;rchtete &Uuml;berwachung der Privatsph&auml;re, sondern um das Sichtbarmachen von Solidarit&auml;t &ndash; also dem von G&ouml;pel geforderten checkin, der unbezahlter Vereinsarbeit, das buchhalterische Erfassen von Pflege- und Elternzeiten, das Erlernen von Nachhaltigkeitskompetenzen, also all jene Dienste an der Gesellschaft, die soziales und &ouml;kologisches Kapital schaffen bzw erhalten, aber am kapitalistischen Markt nicht bewertet werden.<br /><br />Ein derartiges System macht jedes Mitglied einer Gesellschaft zu einem kleinen Motor, um die Gesellschaft als Ganzes in eine neue Richtung zu steuern. Es schafft Fairness, erm&ouml;glicht Chancengleichheit, und holt die von G&ouml;pel erw&auml;hnten 70% der Gesellschaft ab, die &bdquo;das Richtige machen w&uuml;rden, wenn sie nicht Angst h&auml;tten, dass es die anderen nicht tun.&ldquo; &Auml;hnlich wie airbnb schafft DVA mit Hilfe einer digitalen Prothese Vertrauen zwischen Menschen, wo zuvor kein Vertrauen war, und erm&ouml;glicht unerw&uuml;nschtes Verhalten aufzuzeigen ohne die negativen Folgen von Verrat und Vertrauensbruch, mit denen totalit&auml;re Gesellschaften gekennzeichnet waren.<br /><br />Soziale Innovation bedarf nicht nur der richtigen Werte. Diese k&ouml;nnen bestenfalls die Grundlage f&uuml;r eine ausformulierte Vision sein. Um eine Vision wirksam werden zu lassen, ist es notwendig &uuml;ber neue Organisationsformen, notwendige Technologien, die gelungenes Design nachzudenken. Den richtigen Zeitpunkt haben wir schon verpasst. Aber wie Viktor Hugo einst sagte:&nbsp;<em>Keine Armee kann einer Idee Einhalt gebieten, deren Zeit gekommen ist.&nbsp; &nbsp;</em></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/innovation-excellende_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><strong><font><span><span><span style="font-weight:normal"></span></span></span></font></strong>In Anbetracht der von Kai Strittmatter in <a href="https://www.goodreads.com/book/show/45884677">Die Neuerfindung der Diktatur</a> beschriebenen Systemrivalit&auml;t zwischen China und dem Westen sind wir angehalten &uuml;ber ein besseres System nicht nur nachzudenken, sondern innovativ und mutig mit der Entwicklung dieses neuen Systems zu experimentieren. Die Konvergenz der politischen Systeme USA und China, die seit dem erneuten Amtsantritt Donald Trumps festzustellen ist, macht diese Aufgabe eine spezifisch europ&auml;ische.<br /><br /><em>Wenn Europa eine Person w&auml;re, dann m&uuml;sste ich doch jetzt losst&uuml;rmen und f&uuml;r sie k&auml;mpfen. F&uuml;r meine Heldin, die mir 70 Jahre Frieden verschafft hat. &mdash; Klaus Maria Brandauer</em><br /><br />Wir m&uuml;ssen in Europa den Mut haben, nicht nur &uuml;ber Werte nachzudenken, sondern Mechanismen auszuprobieren, die die Umsetzung dieser Werte erm&ouml;glichen. Wenn Anomie, also Wertverlust und der Zerfall der Gesellschaft als negatives Szenario warnt, dann muss mit pragmatischen L&ouml;sungen entgegengesteuert werden. Gerade die relative administrative Eigenst&auml;ndigkeit von L&auml;ndern und Kommunen, die sich in den Folgestaaten des R&ouml;mischen Reiches dt. Nation erhalten hat, macht es einfacher als in zentralistisch geformten Staaten mit DVA auf unterschiedlichen Ebenen der Verwaltung zu experimentieren und den checkin digital einzufordern.<br /><br></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/screen-shot-2017-09-25-at-00-32-54-orig_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>  <div class="paragraph">Weiterlesen:<ul><li>Was sind Werte? <a href="https://www.values-academy.de/was-sind-werte/">https://www.values-academy.de/was-sind-werte/</a>&nbsp;</li><li>Strukturmodell menschlicher Werte nach Schwartz: <a href="https://www.researchgate.net/publication/317266853_Psychologische_Arbeiten_zur_Struktur_menschlicher_Werte">https://www.researchgate.net/publication/317266853_Psychologische_Arbeiten_zur_Struktur_menschlicher_Werte</a></li><li>Anomie nach Durkheim: <a href="https://soztheo.de/kriminalitaetstheorien/anomie-druck-theorien/anomiebegriff-durkheim/">https://soztheo.de/kriminalitaetstheorien/anomie-druck-theorien/anomiebegriff-durkheim/</a></li><li>Zu Nial Fergusons Konzept von Killer Apps: <a href="https://www.mingong.org/blog-en/the-anatomy-of-democratic-destructiveness">https://www.mingong.org/blog-en/the-anatomy-of-democratic-destructiveness</a></li><li>David Richard Precht, Von der Pflicht: <a href="https://www.goodreads.com/book/show/57557177-von-der-pflicht">https://www.goodreads.com/book/show/57557177-von-der-pflicht</a></li><li>Sobriete nach Jean Marc Jancovici: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=59WB0im3lLg">https://www.youtube.com/watch?v=59WB0im3lLg</a></li><li>Wechat and good governance 2.0: <a href="http://www.mycountryandmypeople.org/01-blog-2133823458/-wechat-governance-20-good-wechat-governance">http://www.mycountryandmypeople.org/01-blog-2133823458/-wechat-governance-20-good-wechat-governance</a></li><li>A lucid manual for transformation: <a href="https://www.mingong.org/blog-en/a-lucid-manual-for-transformation-by-architect-friedrich-von-borries">https://www.mingong.org/blog-en/a-lucid-manual-for-transformation-by-architect-friedrich-von-borries</a></li><li>Architekt Friedrich von Boerris erkl&auml;rt die permanente Transformation: <a href="https://www.mingong.org/blog-en/book-review-design-theorist-friedrich-von-borries-on-how-to-project-the-world">https://www.mingong.org/blog-en/book-review-design-theorist-friedrich-von-borries-on-how-to-project-the-world</a></li><li>The Great Disruption: Human Nature and the Reconstitution of Social Order by Francis Fukuyama: <a href="https://www.darkmatteressay.org/the-great-disruption-by-francis-fukuyama.html">https://www.darkmatteressay.org/the-great-disruption-by-francis-fukuyama.html</a></li><li>On Spheres of Justice and Agile Democracies: <a href="https://www.mingong.org/blog-en/on-failing-democracies-and-spheres-of-justice">https://www.mingong.org/blog-en/on-failing-democracies-and-spheres-of-justice</a></li><li>Isaac Asimov on overpopulation, technology and the decline of democracy: <a href="https://www.mingong.org/blog-en/overpopulation-technology-and-the-decline-of-democracy">https://www.mingong.org/blog-en/overpopulation-technology-and-the-decline-of-democracy</a></li><li>Metropolis (1927) and its current relevance: <a href="https://www.mingong.org/blog-en/film-review-metropolis-1927-and-its-current-relevance">https://www.mingong.org/blog-en/film-review-metropolis-1927-and-its-current-relevance</a></li><li>Breakneck: China&rsquo;s quest to engineer the future: <a href="https://danwang.co/breakneck/">https://danwang.co/breakneck/</a></li><li>Ian Johnson: The Souls of China: <a href="http://www.mycountryandmypeople.org/20-20215205402345920256-value-propaganda.html">http://www.mycountryandmypeople.org/20-20215205402345920256-value-propaganda.html</a></li><li>Oskar Weggel, <a href="https://portal.dnb.de/opac/showFullRecord?currentResultId=%22121108821%22+sortBy+jhr%2Fsort.ascending%26any&amp;currentPosition=69">China im Aufbruch: Konfuzianismus und politische Zukunft:</a> <a href="https://www.greensteps.me/library/wie-man-aus-kindern-piraten-macht.php">https://www.greensteps.me/library/wie-man-aus-kindern-piraten-macht.php</a></li><li>Kai Strittmatter, Die Neuerfindung der Diktatur: Wie China den digitalen &Uuml;berwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert: <a href="https://www.goodreads.com/book/show/45884677">https://www.goodreads.com/book/show/45884677</a></li><li>Distributed Ledger Technologies, Value Accounting, and the Self Sovereign Identity: <a href="https://www.frontiersin.org/journals/blockchain/articles/10.3389/fbloc.2020.00029/full">https://www.frontiersin.org/journals/blockchain/articles/10.3389/fbloc.2020.00029/full</a><br></li><li> <a href="https://www.researchgate.net/publication/355395623_White_Paper_-_version_03">https://www.researchgate.net/publication/355395623_White_Paper_-_version_03</a><br></li></ul></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/27693565-xxl_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[UtopiA 2048]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/utopia-2048]]></link><comments><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/utopia-2048#comments]]></comments><pubDate>Wed, 27 Aug 2025 20:53:55 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.mingong.org/blog-de/utopia-2048</guid><description><![CDATA[       Interessant an der Biografie des erst 1990 geborenen Lino Zeddies ist, dass er derzeit an einem Umzug von Berlin nach Brandenburg arbeitet (wie so viele der Stadt &uuml;berdr&uuml;ssige Berliner), also mit dem Stadtleben, das sein Leben bisher bestimmt hat, bricht.Damit reiht er sich in die Gruppe von j&uuml;ngeren Erwachsenen ein, die ihr Gl&uuml;ck am Land suchen, nachdem sie vor allem Gemeinschaft und Naturn&auml;he in der Stadt nicht finden konnten. In Brandenburg hat sich f&uuml;r de [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/coverbild-blogartikel-1080x675_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph">Interessant an der Biografie des erst 1990 geborenen Lino Zeddies ist, dass er derzeit an einem Umzug von Berlin nach Brandenburg arbeitet (wie so viele der Stadt &uuml;berdr&uuml;ssige Berliner), also mit dem Stadtleben, das sein Leben bisher bestimmt hat, bricht.<br /><br />Damit reiht er sich in die Gruppe von j&uuml;ngeren Erwachsenen ein, die ihr Gl&uuml;ck am Land suchen, nachdem sie vor allem Gemeinschaft und Naturn&auml;he in der Stadt nicht finden konnten. In Brandenburg hat sich f&uuml;r derartige Suchende bereits eine eigene Dachorganisation formiert: <a href="https://wissen.zukunftsorte.land/">https://wissen.zukunftsorte.land/</a><br /><br />Andy Couturier beschreibt die Suche nach Gemeinschaft und Entschleunigung anschaulich f&uuml;r Japan: <a href="https://www.mingong.org/blog-en/the-evolution-and-future-of-work6024456">https://www.mingong.org/blog-en/the-evolution-and-future-of-work6024456</a> &nbsp;<br /><br />Zentrales Thema von Zeddies sowie einigen Teilnehmern ist die &Uuml;berwindung der gesellschaftlichen Spaltung: Wie k&ouml;nnen wir wieder an einem Strang ziehen?<br />Zeddies sieht f&uuml;r die Transformation zentrale Hebel:<ol><li>Grundeinkommen (<a href="https://www.mingong.org/blog-de/grundsicherung-ist-der-mensch-reif-dafur">2016 in der Schweiz abgelehnt worden</a>, aber es herrscht breiter Konsens, dass eine Form von Grundeinkommen, der Schl&uuml;ssel f&uuml;r die L&ouml;sung vieler Probleme ist): <a href="https://www.mingong.org/blog-de/heimat-klimawandel-grundeinkommen-was-hat-das-miteinander-zu-tun">https://www.mingong.org/blog-de/heimat-klimawandel-grundeinkommen-was-hat-das-miteinander-zu-tun</a></li><li>Vergemeinschaftung von Eigentum (interessanterweise in China 1949 erfolgt)</li><li>&Uuml;berideologische Regierung &ndash; Parteien, die an einem Strang ziehen (ebenso in China durch den Einparteienstaat gelebt)</li></ol><br />Das Buch ist in Romanform verfasst und bringt Themen der Transformation in Dialogform dem Leser n&auml;her. Erinnert an einige Werke von Mark Twain. Wichtige 2048 erreichte Ver&auml;nderungen sind:<ol><li>Green cities: die Trennung von Stadt/Land ist aufgehoben (funktioniert mE aufgrund der r&auml;umlichen Bedingungen durch die st&auml;dtische Baustruktur nicht, und Zeddies, der noch nie am Land gelebt hat, versteht das nicht): <a href="https://www.greensteps.me/library/staedte-und-ihr-evolutionaerer-zweck-als-lernraum.php">https://www.greensteps.me/library/staedte-und-ihr-evolutionaerer-zweck-als-lernraum.php</a></li><li>Demokratische Entscheidungsprozesse haben sich ver&auml;ndert (der Fokus auf Soziokratie ist mE stark zu &uuml;berdenken, da die Soziokratie drei gro&szlig;e Schw&auml;chen hat: 1. L&auml;hmung durch Erzwungenes konsentieren 2. Informationsmangel so wie in der Abstimmung des n&auml;chsten Buches gezeigt 3. Manipulation und Beinflussung von KOL in live-settings, wo die Entscheidenden jener Person folgen, der sie vertrauen, anstatt sich wirklich selbst eine Meinung zu bilden. Die Handlungsf&auml;higkeit, die in Reinventing Organizations im Teal Modell beschrieben wird erscheint mir gepaart mit viel digitaler Demokratie weitaus sinnvoller &ndash; warum muss man sich f&uuml;r jede Entscheidung pers&ouml;nlich treffen? <a href="https://www.mingong.org/blog-en/on-failing-democracies-and-spheres-of-justice">https://www.mingong.org/blog-en/on-failing-democracies-and-spheres-of-justice</a></li><li>Mobilit&auml;t: Rad statt Auto (wie funktionert das f&uuml;r Familien, die nicht in der 15min Stadt wohnen? Mir fehlt hier der Blick auf die technologische Realit&auml;t. Robotaxis und Flugtaxis sind in China bereits zugelassen)<br></li><li>Weniger Konsum / mehr Gemeinschaft (dazu sind die architektonischen Strukturen notwendig, die Gemeinschaftsprojekte schaffen, diese wiederum sind nur am Land umsetzbar): <a href="https://www.greensteps.me/library/staedte-und-ihr-evolutionaerer-zweck-als-lernraum.php">https://www.greensteps.me/library/staedte-und-ihr-evolutionaerer-zweck-als-lernraum.php</a></li><li>Permakultur / Agroforestry: viel Ertrag auf weniger Fl&auml;chen (nicht weil es weniger fruchtbare Fl&auml;chen gibt, sondern weil wir gro&szlig;e Teile der Natur zur&uuml;ckgeben)<br></li><li>Freischulen: Lernen mit Neugier und ohne Zwang (ein weiterer Punkt, der zumindest mich sehr interessiert und der Nachsch&auml;rfung bedarf).</li><li>UN Tower in Singapur (wo derzeit die Reichsten der Reichen leben, was nicht f&uuml;r die Realit&auml;tsn&auml;he dieser Vision spricht &ndash; Bhutan oder ein befreites Lhasa w&auml;ren bessere Orte f&uuml;r einen derartigen UN Sitz).</li><li>Malm&ouml; ist die Universit&auml;t der Zukunft, wo Technik mit Empathie gelehrt wird (Technologie-Ethik ist in der Tat ein zentrales Thema): <a href="https://ark.greensteps.me/library/4m-the-impact-of-technology-on-society">https://ark.greensteps.me/library/4m-the-impact-of-technology-on-society</a> &nbsp;</li><li>Das Gemeinwohlprodukt ersetzt das BIP (macht nur bei globaler Kalkulation Sinn).</li></ol><br />Umdenken in der Politik sieht Zeddies nur m&ouml;glich nach dem Eintreten von Katastrophen.<br /><br />Als Folgethema habt sich mE klar eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Grundeinkommen ergeben, das die Spaltung der Gesellschaft &uuml;berwinden kann, wenn es gut strukturiert ist &ndash; ebenso die Auseinandersetzung mit der Zukunft der Bildung. Dazu w&uuml;rde ich gerne einen speziellen Themenabend planen, wobei Martin Fords The Rise of the Robots zu beiden Themen sehr tiefgreifende Informationen bietet: <a href="https://www.mingong.org/blog-en/martin-ford-enlightened-marxist-or-apolyptic-technocrat">https://www.mingong.org/blog-en/martin-ford-enlightened-marxist-or-apolyptic-technocrat</a><br /><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Quo vadis europa? - Ein Entwurf]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/quo-vadis-europa-ein-entwurf]]></link><comments><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/quo-vadis-europa-ein-entwurf#comments]]></comments><pubDate>Fri, 02 May 2025 16:46:34 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.mingong.org/blog-de/quo-vadis-europa-ein-entwurf</guid><description><![CDATA[    The Rape of Europa by Félix Vallotton (1908)     ALS PDF LESEN    &ldquo;Die Herausforderungen f&uuml;r den Westen und f&uuml;r die liberale Demokratie sind mannigfaltig: Da sind auf der einen Seite die zerst&ouml;rerische Kraft des Donald Trump und das apokalyptische Geraune der Rechtspopulisten aus unserer eigenen Mitte - und auf der anderen Seite Russland und China. Die Herausforderung durch China ist nur ein Puzzleteil in einem perfekten Sturm, der sich da zusammenzubrauen scheint. Sie  [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0px;margin-right:0px;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/felix-vallotton-the-rape-of-europa_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%">The Rape of Europa by F&eacute;lix Vallotton (1908)</div> </div></div>  <div style="text-align:center;"><div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div> <a class="wsite-button wsite-button-small wsite-button-normal" href="https://seafile.greensteps.me/f/09d2b89ac8504c039be1/" target="_blank"> <span class="wsite-button-inner">ALS PDF LESEN</span> </a> <div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div></div>  <div class="paragraph"><em>&ldquo;Die Herausforderungen f&uuml;r den Westen und f&uuml;r die liberale Demokratie sind mannigfaltig: Da sind auf der einen Seite die zerst&ouml;rerische Kraft des Donald Trump und das apokalyptische Geraune der Rechtspopulisten aus unserer eigenen Mitte - und auf der anderen Seite Russland und China. Die Herausforderung durch China ist nur ein Puzzleteil in einem perfekten Sturm, der sich da zusammenzubrauen scheint. Sie ist allerdings die bisher am meisten untersch&auml;tzte.&rdquo; - </em>Kai Strittmatter in <a href="https://www.goodreads.com/book/show/49203415-we-have-been-harmonized?from_search=true&amp;from_srp=true&amp;qid=KFUGiVTPPz&amp;rank=1">Die Neuerfindung der Diktatur: Wie China den digitalen &Uuml;berwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert.</a>&nbsp;<br /><br /><strong><font size="5">Quo vadis europa?</font></strong><br /><br />Welche Ressourcen hat Europa, um eine regenerative, integrative und attraktive System- Alternative zum obsoleten Kapitalismus des Westens und zum aufstrebenden Staatskapitalismus Chinas zu bieten?<br /><font size="5"><br /><strong>Pers&ouml;nlicher Hintergrund zur Frage</strong></font><br /><br /><a href="https://www.linkedin.com/in/katja-hellkoetter-b5b10b3a/">Katja </a>Hellk&ouml;tter betreibt gemeinsam mit Jan Siefke seit 2015 den <a href="https://c-space.eu/en/start/">C-Space</a>, einen Kreativraum und Ort der Begegnung und des Lernens, der in Berlin neue Formen von Lernen, Arbeiten und Leben entwirft. C*SPACE agiert lokal im Bezirk Pankow, europ&auml;isch als Mitglied des &ldquo;European Creative Hubs Net&rdquo;, und ist gleichzeitig global in Richtung Asien vernetzt.<br /><br />Der Osterbesuch von Katja und Familie hat viele Themen aufgeworfen, die uns in Deutschland, &Ouml;sterreich und Europa insgesamt bewegen (sollten). Die gemeinsame Vergangenheit in China war in den Gespr&auml;chen wie auch schon in der Vergangenheit ein wichtiger gemeinsamer Nenner, der eine alternative Perspektive auf die Geschehnisse in Europa erm&ouml;glicht.&nbsp;<br /><br />Zentrales Thema war die politische und wirtschaftliche Ignoranz gegen&uuml;ber sozialer Innovation, die wir in unserem Handeln wiederholt wahrnehmen. Politische Akteure werden oft zu Konkurrenten, weil sie zivilgesellschaftliche Initiativen unterminieren oder kopieren und eine Ver&auml;nderung von Machtgef&uuml;gen blockieren. Ist politische Innovation derzeit dringlicher als technologische? Die mangelnde Einrechnung von sozialem und &ouml;kologischem Kapital in wirtschaftliche Eckdaten wie GDP f&uuml;hrt am Markt zu einem Finanzierungsvakuum f&uuml;r NGOs, die sich wichtiger Themen widmen.&nbsp;Sowohl Katja mit ihrem C-Space, wie auch ich mit Green Steps sind von diesem Finanzierungsvakuum schwer betroffen. Es gibt keinen Markt f&uuml;r dringend notwendige Dienstleistungen und Innovationen, die soziales Kapital schaffen.<br /><br /><em>&ldquo;In fact, social innovation may be of greater importance and have much greater impact than any scientific or technical invention.&rdquo; -</em> Peter F. Drucker<a href="#_ftn1">[1]</a><br /><br /><strong><font size="5">Europa auf der Suche nach einer neuen Systemidentit&auml;t</font></strong><br /><br />Das Resultat ist ein Europa in der Krise. Die Aufl&ouml;sung der Extinction Rebellion, die M&uuml;digkeit der FFF Bewegung, das politische Abdriften ins rechte Lager, die Probleme mit der Integration von Zuwanderern, sind klare Zeichen, dass bisherige Versuche der &ouml;kologischen und sozialen Krise zu begegnen, gescheitert sind.<a href="#_ftn2">[2]</a> Radikale Vordenker erw&auml;gen das Recht zu brechen, um einen Systemwandel zu erm&ouml;glichen.<a href="#_ftn3">[3]</a> Europa ben&ouml;tigt eine neue sinngebende Idee, die bisherige wirtschaftliche Paradigmen durchbricht und Begeisterung f&uuml;r ein neues Zusammenleben entfacht.<br /><br />Unter dem staatskapitalistischen Druck eines ethnisch und kulturell mehr oder weniger homogenen Chinas wird die kapitalistische Demokratie des Westens herausgefordert und mu&szlig; sich neu definieren, da economy of scale und autorit&auml;re Entscheidungsmuster China im kapitalistischen Wettbewerb kurz- und mittelfristig gewinnen lassen &ndash; auch wenn langfristig der &ouml;kologische Kollaps f&uuml;r alle ein bitteres Ende darstellt. Wir stehen also vor einem erzwungenen Systemwandel, der sowohl Risiko als auch Chance birgt.<br /><br />Kann Europa kein alternatives System entwerfen, das wirtschaftliche, soziale und &ouml;kologische Harmonie entfalten kann, so wird es mit gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit von einer Kolonie der USA zu einer Kolonie Chinas. Die mittel- und langfristigen Folgen dieser Verschiebung der Leitkultur von West auf Ost sollten Inhalt einer getrennten Debatte sein. All jenen Europ&auml;ern, die l&auml;ngere Zeit in China gelebt haben, ist jedoch klar, dass viel zu wenig Bewusstsein hierzulande herrscht, was eine Leitkultur China f&uuml;r Europa bedeutet.<a href="#_ftn4">[4]</a><br /><br /><em>&ldquo;Not to innovate is the single largest reason for the decline of existing organizations. Not to know how to manage is the single largest reason for the failure of new ventures.&rdquo; -</em> Peter F. Drucker<br /><br /><strong><font size="5">Realistische Utopien &ndash; vom Recht zur Pflicht</font></strong><a href="#_ftn5"><strong><strong>[5]</strong></strong></a><br /><br />Besinnen wir uns der historischen Ausgangslage, die f&uuml;r Europa realistische Szenarien einer Transformation erm&ouml;glicht. Fast alle europ&auml;ischen Nationalstaaten haben im 19. Jahrhundert eine demokratische Verfassung erhalten, deren Fokus auf Machtverteilung liegt und die B&uuml;rgern Rechte zugesteht: Wahlrecht, B&uuml;rgerrechte, Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, Frauenrechte, Kinderrechte, etc. Diese Evolution der Demokratie l&auml;&szlig;t sich bis in die europ&auml;ische Antike zur&uuml;ckverfolgen.<br /><br />Die Covid-19 Pandemie hat vor dem Hintergrund der Klimakrise eine umfassende Debatte um B&uuml;rgerpflichten getriggert, an welcher sich der deutsche Philosoph David Precht prominent beteiligt hat. Sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, wurde als moralische Pflicht des B&uuml;rgers gesehen, um in einer Ausnahmesituation die Gesundheit anderer zu bewahren. Analog zu dieser weitgehend bereits vergessenen Situation wurden andere Pflichten hinsichtlich der &ouml;kologischen und sozialen Krise diskutiert. Welchen carbon footprint darf ein Mensch haben, um nicht andere einer lebenswerten Existenz zu berauben? Welchen Beitrag mu&szlig; ein Mensch zum Funktionieren von lokalen Gemeinschaften leisten? Wie hoch darf das Einkommen einer Person sein, ohne dass dadurch die Gesundheit und das Wohlbefinden vieler anderer schwer beeintr&auml;chtigt wird?<a href="#_ftn6">[6]</a><br /><br />Der gemeinsame Nenner dieser aktuellen Debatte ist die Schnittmenge von ver&auml;nderten Rechten und Pflichten, die sich durch begrenzte nat&uuml;rliche Ressourcen und eine wachsende globale Bev&ouml;lkerung ergeben. Das Zeitalter des Anthropoz&auml;ns zeichnet sich durch einen Umstand aus, der weniger beleuchtet wird als die Konsequenz, dass der Mensch das Klima in bisher unbekanntem Ausma&szlig; ver&auml;ndert: Wir leben nicht mehr in unterschiedlichen &Ouml;kosystemen, sondern sind unweigerlich Teil eines einzigen &Ouml;kosystems geworden, wodurch die gegenseitige Abh&auml;ngigkeit und Verbindung sichtbar wird.<br /><br /><em>&ldquo;Es ist Zeit, &uuml;ber Verantwortlichkeiten des Menschen zu reden.&rdquo; </em>- Helmut Schmidt<a href="#_ftn7">[7]</a><br /><br /><strong><font size="5">Wohlergehen statt Wohlstand</font></strong><br /><br />Post-growth &Ouml;konomen haben exzessiven Kapitalismus als wirtschaftliche Ausformung von moralisch haltloser Gier identifiziert und aufgezeigt, dass wir mit weniger Verbrauch nat&uuml;rlicher Ressourcen und weniger Arbeitszeit, ges&uuml;ndere und gl&uuml;cklichere Leben f&uuml;hren k&ouml;nnen. Der Schl&uuml;ssel zur Etablierung eines alternativen Systems sollte demnach bei &ouml;konomischen Anreizen liegen, die neue Lebensmodelle erm&ouml;glichen. Jason Hickel rechnet vor, dass 65% des US GDP &ndash; und damit unermesslicher Ressourcen- und Arbeitszeiteinsatz &ndash; wegfallen w&uuml;rden, wenn das Ziel einer Volkswirtschaft allgemeines Wohlergehen und nicht nationaler Wohlstand ist. Ein Einkommen von USD 14k w&auml;re demnach in den USA ausreichend, um ein maximales Wohlergehen zu erlangen, w&auml;hrend das derzeitige GDP p.c. bei USD 59k liegt.<a href="#_ftn8">[8]</a> Systemtransformation im Anthropoz&auml;n ist demnach Klassenkampf unter neuen Pr&auml;missen.<a href="#_ftn9">[9]</a><br /><br />Gepaart mit den vorhersehbaren und bereits in Entfaltung befindlichen Konsequenzen von Automatisierung und maschinellem Lernen ist ein &Uuml;berdenken des Konzeptes &bdquo;Erwerbsarbeit&ldquo; unumg&auml;nglich. <a href="#_ftn10">[10]</a> Wir m&uuml;ssen uns auf Experimente in Modellarbeitsm&auml;rkten einlassen, die klassische Erwerbsarbeit entweder in Kombination mit sozialen und &ouml;kologischen Beitragsleistungen erfassen oder Arbeit als Teil von &bdquo;extractive economies&ldquo; g&auml;nzlich verbieten. Ein umfassendes &ldquo;distributed value accounting&rdquo; von sozialem und &ouml;kologischen Impact einer jeden (beruflichen) T&auml;tigkeit ist notwendig, wollen wir zerst&ouml;rerisches Verhalten von regenerativem Wirken sinnvoll trennen.<br /><br /><em>&ldquo;Very few events have as much impact on civilization as a change in the basic principles of organizing work.&rdquo; </em>- Peter F. Drucker&nbsp;<br /><br /><strong><font size="5">Bedingtes vs unbedingtes Grundeinkommen</font></strong><br /><br />Einer der gro&szlig;en Vorteile Europas ist der weit verbreitete F&ouml;deralismus, der es erm&ouml;glicht in kleinen Kommunen und immer noch relativ kleinen Bundesl&auml;ndern diese neuen Formen von Wohlstandsverteilung auszutesten und die demokratischen Systeme des 19. Jahrhunderts in meritokratische Systeme des 21. Jahrhunderts zu transformieren. Die Vernetzung von Organisationen und Individuen, die dieses Experiment unterst&uuml;tzen wollen, ist jetzt dringlicher denn je: Europa braucht ein neues Modell, das durch Inklusion begeistert, aber gleichzeitig einen Beitrag fordert.<br /><br /><em>&ldquo;Wenn Europa eine Person w&auml;re, dann m&uuml;sste ich doch jetzt losst&uuml;rmen und f&uuml;r sie k&auml;mpfen. F&uuml;r meine Heldin, die mir 70 Jahre Frieden verschafft hat.&rdquo; - </em>Klaus Maria Brandauer<br /><br />Aufgrund der oben ausgef&uuml;hrten &Uuml;berlegungen ist das Experimentieren mit einem bedingten Grundeinkommen als zentrale S&auml;ule einer neuen europ&auml;ischen Idee die derzeit wichtigste LOA f&uuml;r gesellschaftliche Transformation. Es besitzt eine integrale Hebelwirkung, die mit keiner anderen Ma&szlig;nahme vergleichbar ist. Es sei insbesondere darauf hingewiesen, dass ein Grundeinkommen die Landflucht umdrehen w&uuml;rde und sterbende D&ouml;rfer wiederbeleben k&ouml;nnte. Ein weiteres, selten eingebrachtes aber mE wichtigstes Argument, ist die Wirkung des Grundeinkommens auf die kindliche Gehirnentwicklung und Intelligenz: die ungleiche Wohlstandsverteilung bringt viele Menschen um ihr Potential, und damit auch Europa um die M&ouml;glichkeit innovative und regenerative Formen des Zusammenlebens zu ersinnen.<br /><br /></div>  <div class="paragraph">Endnotes:<br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref1">[1]</a> The Essential Drucker, 2002<br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref2">[2]</a> <a href="https://www.mingong.org/blog-de/uber-die-natur-eines-volksfeindes">https://www.mingong.org/blog-de/uber-die-natur-eines-volksfeindes</a><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref3">[3]</a> <a href="https://ark.greensteps.me/library/chris-packham-is-it-time-to-break-the-law">https://ark.greensteps.me/library/chris-packham-is-it-time-to-break-the-law</a><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref4">[4]</a> <a href="http://www.mycountryandmypeople.org/01-blog-2133823458/tiananmen-july-1st-youth-parade-a-reason-for-concern">http://www.mycountryandmypeople.org/01-blog-2133823458/tiananmen-july-1st-youth-parade-a-reason-for-concern</a>;<br /><a href="http://www.mycountryandmypeople.org/01-blog-2133823458/thoughts-on-the-china-international-import-expo">http://www.mycountryandmypeople.org/01-blog-2133823458/thoughts-on-the-china-international-import-expo</a><br />Kai Strittmatter: <a href="https://www.goodreads.com/book/show/229961570">Die Neuerfindung der Diktatur </a><br />Ein sehr klare Folge wird die Umstellung des Fremdsprachen-unterrichts sein, welchen wir in Osteuropa mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion oder in Taiwan mit dem Ende der japanischen Kolonialherrschaft beobachten konnten. Russisch bzw Japanisch wurde in vielen Schulen mit Englisch bzw Mandarin ersetzt. Es ist abzusehen, dass durch die technologische Dominanz Chinas, Mandarin als zweite Fremdsprache an Schulen in Europa Einzug halten wird.<br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref5">[5]</a> <a href="https://www.mingong.org/blog-en/a-lucid-manual-for-transformation-by-architect-friedrich-von-borries">https://www.mingong.org/blog-en/a-lucid-manual-for-transformation-by-architect-friedrich-von-borries</a><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref6">[6]</a> <a href="https://www.mingong.org/blog-en/on-failing-democracies-and-spheres-of-justice">https://www.mingong.org/blog-en/on-failing-democracies-and-spheres-of-justice</a><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref7">[7]</a> <a href="https://brennstoff.com/ausgaben/es-ist-zeit-%C3%BCber-verantwortlichkeiten-des-menschen-zu-reden/">https://brennstoff.com/ausgaben/es-ist-zeit-%C3%BCber-verantwortlichkeiten-des-menschen-zu-reden/</a><br /><a href="https://www.helmut-schmidt.de/helmut-schmidt-im-ringen-um-die-idee-eines-weltethos">https://www.helmut-schmidt.de/helmut-schmidt-im-ringen-um-die-idee-eines-weltethos</a><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref8">[8]</a> Jason Hickel: <a href="https://www.goodreads.com/book/show/53328332-less-is-more">Less Is More - How Degrowth will save the world</a><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref9">[9]</a>&nbsp; <a href="https://kontrast.at/andreas-kemper-interview-klasse/">https://kontrast.at/andreas-kemper-interview-klasse/</a><br /><a href="https://www.darkmatteressay.org/blog/on-waging-war-and-democratic-decline">https://www.darkmatteressay.org/blog/on-waging-war-and-democratic-decline</a><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref10">[10]</a> <a href="https://www.mingong.org/blog-en/martin-ford-enlightened-marxist-or-apolyptic-technocrat">https://www.mingong.org/blog-en/martin-ford-enlightened-marxist-or-apolyptic-technocrat</a><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref1">[11]</a> Vgl insbesondere die detaillierten &Uuml;berlegungen von Martin Ford in Rise of the Robots: <a href="https://www.mingong.org/blog-de/aufstieg-der-roboter-10-jahre-spater">https://www.mingong.org/blog-de/aufstieg-der-roboter-10-jahre-spater</a><br /><a href="https://15452480-804810249887594974.preview.editmysite.com/editor/main.php?language=en&amp;sitelanguage=en&amp;preview_token=f2c2585df4fc7453bc8d40957256e0c5#_ftnref2">[12]</a>&nbsp;<a href="https://www.ted.com/talks/kimberly_noble_how_does_income_affect_childhood_brain_development">https://www.ted.com/talks/kimberly_noble_how_does_income_affect_childhood_brain_development</a><br></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Was HAT ZEITGEMÄße BILDUNG MIT ZEITGEMÄSSER KLEIDUNG ZU TUN?]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/was-hat-zeitgemasse-bildung-mit-zeitgemasser-kleidung-zu-tun]]></link><comments><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/was-hat-zeitgemasse-bildung-mit-zeitgemasser-kleidung-zu-tun#comments]]></comments><pubDate>Wed, 08 Jan 2025 08:01:22 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.mingong.org/blog-de/was-hat-zeitgemasse-bildung-mit-zeitgemasser-kleidung-zu-tun</guid><description><![CDATA[       7. J&auml;nner, Wien. Es wird einem in &Ouml;sterreich nicht einfach gemacht, wenn man im Bildungssystem einen Beitrag leisten will. Ein noch vor dem Jahreswechsel vereinbarter Termin mit dem Direktor einer Wiener Mittelschule festigt meine Entscheidung zumindest bis Sommer dem Schulbetrieb fern zu bleiben. Einerseits w&uuml;rde ich mit meinem Beitrag das Weiterbestehen eines &uuml;berholungsbed&uuml;rftigen Systems unterst&uuml;tzen, andererseits ist am besuchten Standort abzusehen, dass [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/screenshot-2025-01-08-at-9-03-08-am_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph">7. J&auml;nner, Wien. Es wird einem in &Ouml;sterreich nicht einfach gemacht, wenn man im Bildungssystem einen Beitrag leisten will. Ein noch vor dem Jahreswechsel vereinbarter Termin mit dem Direktor einer Wiener Mittelschule festigt meine Entscheidung zumindest bis Sommer dem Schulbetrieb fern zu bleiben. Einerseits w&uuml;rde ich mit meinem Beitrag das Weiterbestehen eines &uuml;berholungsbed&uuml;rftigen Systems unterst&uuml;tzen, andererseits ist am besuchten Standort abzusehen, dass ich meine Prinzipien komplett aufgeben muss.<br /><br />Der Schulstandort ist mit 2200 Sch&uuml;lerInnen gro&szlig; und umfasst einen gesamten H&auml;userblock. Die Mittelschule selbst hat zwar nur 250 Sch&uuml;lerInnen, aber die Lage direkt am G&uuml;rtel macht sie zu einer richtigen Stadtschule. Die Geb&auml;ude sind verdichtet, es gibt wenig Gr&uuml;nfl&auml;chen. Von der Lehrerkantine aus zeigt mir der Direktor die einzige Schulau&szlig;enfl&auml;che, einen erb&auml;rmlichen Schulhof, von dem nur die H&auml;lfte von allen Sch&uuml;lerInnen des Standortes ben&uuml;tzt werden darf. Ich erblicke haupts&auml;chlich Kinder im Grundschulalter.<br /><br />Empfangen werde ich von einem gutgelaunten, etwa 50 j&auml;hrigen Herren in einem undefinierbarem Trachtensakko und Jeans, der mir sagt, dass ich der Wunschkandidat f&uuml;r die ausgeschriebene Stelle bin. Wir nehmen vor seinem B&uuml;ro und neben dem Lehrerzimmer in einem kleinen Raum Platz. Die Atmosph&auml;re ist gut, aber ich f&uuml;hle, dass ich mich f&uuml;r diese Stelle nicht mehr genug anpassen kann. Es beginnt bei der Kleidung und endet bei der Bildung. <br /><br />Die Kinder verbringen ihr gesamte Schulzeit in diesem Ghettoblock. Vom Geografieunterricht wird mir ein Lapbook &uuml;ber London als w&uuml;nschenswertes Ergebnis gezeigt. Die Kenntnis der Schulumgebung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmal als Lernziel definiert. Der Unterricht findet fast ausschliesslich digital statt - alle Lehrer und alle Sch&uuml;ler haben ipads. <br /><br />How did Henry Miller once say? The true mystery lies in the visible.<br /><br />Ich bef&uuml;rchte, dass ich nach ein paar Jahren an dieser Schule ebenfalls im Trachtenjanker durch die G&auml;nge laufe, Kinder dabei beaufsichtige im Geb&auml;ude zu bleiben und sie &uuml;ber London lernen lasse, w&auml;hrend die menschliche Evolution ihren gegenw&auml;rtigen Zenit in Shanghai erlebt. <br /><br /><br /><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[ÜBER DAS ENDE DES SPRACHUNTERRICHTS UND DESSEN WIEDERGEBURT]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/april-15th-2024]]></link><comments><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/april-15th-2024#comments]]></comments><pubDate>Mon, 15 Apr 2024 07:15:16 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.mingong.org/blog-de/april-15th-2024</guid><description><![CDATA[       Der Ministerpr&auml;sident Baden-W&uuml;rttembergs, Winfried Kretschmann, schl&auml;gt in der letzten Ausgabe der Zeit in einem Interview vor, Rechtschreibung und den Erwerb einer zweiten Fremdsprache im Lehrplan zu streichen. Damit geht der Gr&uuml;ne Politiker, der vor seiner politischen Karriere Biologie- und Chemielehrer war, einen Weg, den viele P&auml;dagogen f&uuml;r ungangbar halten. Wir m&uuml;ssen ihn dennoch einschlagen.Die Lehrpl&auml;ne an Schulen sind mit Inhalten &uuml;berl [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/screenshot-2024-04-15-at-9-35-19-am_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph">Der Ministerpr&auml;sident Baden-W&uuml;rttembergs, Winfried Kretschmann, schl&auml;gt in der <a href="https://www.zeit.de/2024/16/winfried-kretschmann-baden-wuerttemberg-schule-bildung" target="_blank">letzten Ausgabe der Zeit in einem Interview</a> vor, Rechtschreibung und den Erwerb einer zweiten Fremdsprache im Lehrplan zu streichen. Damit geht der Gr&uuml;ne Politiker, der vor seiner politischen Karriere Biologie- und Chemielehrer war, einen Weg, den viele P&auml;dagogen f&uuml;r ungangbar halten. Wir m&uuml;ssen ihn dennoch einschlagen.<br /><br />Die Lehrpl&auml;ne an Schulen sind mit Inhalten &uuml;berlastet und m&uuml;ssen f&uuml;r das Wesentliche vom Unwesentlichen befreit werden. Der Fokus auf Spracherwerb ist eine Altlast eines Bildungsideals aus dem 19. Jahrhundert, als sich der gebildete B&uuml;rger durch das fehlerfreie Rezitieren von Klassikern und die einwandfreie Komposition von Texten vom ungebildeten Menschen jener Zeit abhob.<br /><br />EDV, Sprachprogramme, und L&ouml;sungen wie deepl oder chatgtp sollten als technische Hilfestellungen betrachtet werden, um den Bildungsfokus auf Inhalte zu lenken, die praktisch erlernt werden k&ouml;nnen, mentale und k&ouml;rperliche Gesundheit f&ouml;rdern, und f&uuml;r das &Uuml;berleben unserer Art von Bedeutung sind. Sich besser als jemand anderer ausdr&uuml;cken zu k&ouml;nnen, z&auml;hlt hier nicht wirklich dazu. Es handelt sich bei der Sprachbeherrschung um eine Kompetenz, die zumeist nur f&uuml;r den Beherrschenden einen Mehrwert bringt, jedoch weniger f&uuml;r die Gemeinschaft.<br /><br />Spracherwerb und Sprachbeherrschung galt f&uuml;r lange Zeit als ein wesentliches Kritierum, um sich f&uuml;r h&ouml;here Bildung zu qualifzieren. Auch jetzt noch ist die Beherrschung der Muttersprache eine Filter, der dar&uuml;ber entscheidet, ob ein Kind ein Gymnasium besuchen darf, oder auf die Real- bzw Mittelschule gehen muss. Wer in der letzten Klasse der Grundschule nicht mindestens ein Gut in Deutsch bekommt, schafft es nur mit Wohlwollen der Schulleitung und mit einem Aufnahmetest in ein Gymnasium. &nbsp;<br /><br />Diese Aussiebung der Gesellschaft ist nicht mehr zeitgem&auml;&szlig;. Sie ignoriert die mittlerweile 40 Jahre alte Theorie Howard Gardners zu multiplen Intelligenzen. Sie ignoriert dar&uuml;ber hinaus, dass sich gerade die Gesellschaften vieler westlicher L&auml;nder, insbesondere Deutschlands, &Ouml;sterreichs und der Schweiz stark ver&auml;ndert haben und der Anteil von Kindern, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, in vielen Schulen bis zu 50% ausmacht.<br /><br />MIt einem Festhalten am akribischen Spracherwerb, der Beurteilung von Rechtschreibung und Beistrichsetzung, verbauen wir dem Potential vieler Kinder ihren Weg, h&ouml;here Bildung durch andere Arten der Intelligenz zu erlangen. Mindestens ebenso wichtig ist es zu erkennen, dass wir Lehrpl&auml;ne vom singul&auml;ren Fokus auf Spracherwerb auf projektorientiertes, f&auml;cher&uuml;bergreifendes Lernen transformieren m&uuml;ssen, dessen indirektes aber nicht vordergr&uuml;ndliches Ziel der Spracherwerb ist.<br /><br />&Auml;hnlich einem Spiel wir Minecraft, in dem Kinder eine Welt erforschen und erschaffen, und nebenbei einen beeindruckenden Wortschatz in der jeweils eingestellten Sprache zu Werkzeugen und Materialien erwerben, so muss post-industrieller Unterricht, Empathie f&uuml;r andere und &ouml;kologisches Systemverst&auml;ndnis f&ouml;rdern, indem Kinder und Jugendliche an realen Projekten in der Umwelt arbeiten, und dabei - quasi unbemerkt - Sprachen erlernen.<br /><br />Man kann Aussagen &uuml;ber Ergebnisse einer Entscheidung in der Zukunft nicht wissenschaftlich untermauern. Dennoch ist es ein Faktum, dass die Entr&uuml;mpelung des Unterrichts von 4-5 Stunden Deutsch und weiteren 4-5 Stunden Englisch, Zeit f&uuml;r projektorientierten und f&auml;cher&uuml;bergreifenden Unterricht schaffen w&uuml;rde, der den Spracherwerb als Nebenprodukt f&ouml;rdert. Dar&uuml;berhinaus ist projektorientierter Unterricht eine effiziente Ma&szlig;nahme, um gerade Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine M&ouml;glichkeit zu geben, an einer neuen Heimatgesellschaft teilzuhaben und dadurch die <a href="https://www.zeit.de/2024/16/jugendkriminalitaet-kinder-kriminalstatistik-gewalt-pandemie" target="_blank">steigende Jugendkriminalit&auml;t</a> wieder in den Griff zu bekommen. <br></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/screenshot-2024-04-15-at-9-17-45-am_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[LEHRER in die LEHRE]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/lehrer-in-die-lehre]]></link><comments><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/lehrer-in-die-lehre#comments]]></comments><pubDate>Sat, 09 Mar 2024 20:10:43 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.mingong.org/blog-de/lehrer-in-die-lehre</guid><description><![CDATA[       Quereinstieg nun auch f&uuml;r die Elementarp&auml;dagogik. Auch dieser wird nur mit einem begleitenden Studium erm&ouml;glicht, das Lehrer zu Systemerhaltern konditioniert. Statt mehr Personen im selben Schema auszubilden und im Resultat das Bildungssystem nicht zu ver&auml;ndern, sollte &uuml;ber grunds&auml;tzlich andere Wege der Lehrerausbildung nachgedacht werden. Der Lehrberuf eignet sich mMn wie kein anderer f&uuml;r eine duale Ausbildung. Bereits 15 j&auml;hrige sollten an Kinderg [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/screenshot-2024-03-09-at-8-17-16-pm_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><span>Quereinstieg nun auch f&uuml;r die Elementarp&auml;dagogik. Auch dieser wird nur mit einem begleitenden Studium erm&ouml;glicht, das Lehrer zu Systemerhaltern konditioniert. Statt mehr Personen im selben Schema auszubilden und im Resultat das Bildungssystem nicht zu ver&auml;ndern, sollte &uuml;ber grunds&auml;tzlich andere Wege der Lehrerausbildung nachgedacht werden. <br /></span><br /><span>Der Lehrberuf eignet sich mMn wie kein anderer f&uuml;r eine duale Ausbildung. Bereits 15 j&auml;hrige sollten an Kinderg&auml;rten und Elementarschulen als Assistenzlehrer in Anstellung einsteigen und von erfahrenen P&auml;dagogen lernen. Berufsbegleitend sollte nach einem Induktionsjahr, in dem man sich &uuml;berlegt, ob der Beruf f&uuml;r einen das Richtige ist, eine weiterf&uuml;hrende Ausbildung begonnen werden, um sich Schritt f&uuml;r Schritt weiterqualifizieren - allerdings immer mit einem festen Anker in der Praxis. <br /></span><br /><span>Ob der Tischler Holz, der Steinmetz Mamor, der Bauer den Boden oder der Lehrer den Menschen formt: er lernt es am besten von Vorbildern und in einem praxisnahen Umfeld. Jahrelange Theorie an Hochschulen entfremdet den berufenen Lehrer von seinem Werkstoff, und nimmt dem Bildungssystem eine wichtige Gruppe von Personal, die in Vereinen wie den Pfadfindern oder den Naturfreunden seit jeher hoch im Kurs steht: Jugendliche und junge Erwachsenen zwischen 16 und 21.</span><br></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[COVID - INSIDE OUT]]></title><link><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/covid-inside-out]]></link><comments><![CDATA[https://www.mingong.org/blog-de/covid-inside-out#comments]]></comments><pubDate>Sun, 17 Dec 2023 21:23:34 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.mingong.org/blog-de/covid-inside-out</guid><description><![CDATA[       Meine erste COVID-19 Erkrankung l&auml;&szlig;t mich Analysen, die ich w&auml;hrend der nun fast vier vergangenen Jahre niedergeschrieben habe, in einem neuen Licht betrachten, quasi aus der Sicht eines nicht indirekt, sondern direkt Betroffenen. Nichts hat sich an meinen Aussagen zu den systemischen Ursachen ge&auml;ndert, aber ich habe einige Bemerkungen zu den hierzulande getroffenen Ma&szlig;nahmen hinzuzuf&uuml;gen.&nbsp;Im Zeitraffer: Ich habe den COVID-19 Ausbruch in Japan miterleb [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.mingong.org/uploads/1/5/4/5/15452480/screenshot-2023-12-17-at-10-13-51-pm_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph">Meine erste COVID-19 Erkrankung l&auml;&szlig;t mich Analysen, die ich w&auml;hrend der nun fast vier vergangenen Jahre niedergeschrieben habe, in einem neuen Licht betrachten, quasi aus der Sicht eines nicht indirekt, sondern direkt Betroffenen. Nichts hat sich an <a href="https://www.mingong.org/blog-en/on-the-metaphysics-of-a-plague">meinen Aussagen zu den systemischen Ursachen</a> ge&auml;ndert, aber ich habe einige Bemerkungen zu den hierzulande getroffenen Ma&szlig;nahmen hinzuzuf&uuml;gen.<br />&nbsp;<br />Im Zeitraffer: Ich habe den COVID-19 Ausbruch in Japan miterlebt und den ersten gro&szlig;en, vier Monate dauernden Lockdown in China. Die autorit&auml;ren Ma&szlig;nahmen der chinesischen Regierung waren wesentlicher Grund, warum ich mit meiner Familie nach dem ersten Lockdown Ende August 2020 nach mehr oder weniger 20 Jahren im Reich der Mitte wieder nach &Ouml;sterreich gezogen bin. Propaganda, Vort&auml;uschung falscher Tatsachen, Hetze gegen Ausl&auml;nder, Polizeistaat, sind nur einige der Schlagworte, die mir jetzt zu dieser Zeit einfallen.<br />&nbsp;<br />Derzeit fallen mir nur zwei Worte ein: Inkompetenz und Apathie. Inkompetenz hinsichtlich des Krisenmanagements und Apathie hinsichtlich der Betroffenen. Als Lehrer ist es f&uuml;r mich g&auml;nzlich unnachvollziehbar, warum Dienstaufsichtsbeh&ouml;rden, die sich wegen vielen unn&ouml;tigen Angelegenheiten melden, die rasant steigenden Infektionszahlen nicht an die Schulen in einem Rundbrief kommuniziert haben und eine fr&uuml;he Empfehlung ausgesprochen haben, sich gegen COVID erneut impfen zu lassen.<br />&nbsp;<br />Laut meiner Haus&auml;rztin zeigt sich jeden Herbst derselbe Infektionsverlauf: Im September steigen die Infektionszahlen in Kinderg&auml;rten, im Oktober in Volksschulen, und im November wird die Sekundarstufe 1 erfasst. Zu dieser Zeit haben in meinen Klassen die Kinder zu Husten, Rotzen und Schn&auml;uzen begonnen, nicht wenige Sch&uuml;ler wurden krank. Anfang Dezember waren in einer einzigen Woche 7 von 19 Lehrern erkrankt. Das Resultat war ein Supergau, der die ohnehin bereits stressigen 50 Minuten Klassen f&uuml;r die verbleibenden Kollegen noch stressiger machte.<br />&nbsp;<br />Selbst wenn die website des Gesundheitsministeriums zeigt, dass die Pandemie offiziell am 30.6.2023 beendet war, so ist sie nach wie vor in vollem Gange. Und mein Krankheitsverlauf zeigt, dass eine Erstinfektion einen durchaus bedrohlichen Verlauf nehmen kann. Warum beugt man derartigen Szenarien nicht durch umfassende Information vor? Sind der Bildungsdirektion N&Ouml; ihre Mitarbeiter derart gleichg&uuml;ltig?<br />&nbsp;<br /><u>Mein COVID Tagebuch: </u><br />&nbsp;<br /><ul><li>20.11 Wahrscheinlich am Montag in der Schule eingefangen; viele Kinder haben Schnupfen und Husten nach dem Wochenende; am Dienstag 21.11 klares Gef&uuml;hl, dass ich mir etwas eingefangen habe;<br></li><li>22.11 bleibe zu Hause wegen Ersch&ouml;pftheit - noch keine Erk&auml;ltungssymptome<br></li><li>23.11 wache mit angeschlagener Stimme auf, die sich um eine Oktave tiefer anh&ouml;rt<br></li><li>25.11 versuche den samstags Wohnungsputz am Morgen, scheitere aber und bleibe den Rest des Tages liegen; schlafe bis 16 Uhr durch; wache nur f&uuml;r halbe Stunde zum WC Gang auf; starke Kopfschmerzen beginnen; kein Lesen m&ouml;glich, da die kleinste Bewegung der Augen schmerzt; erinnert mich an meine Dengue-Fieber Erfahrung 2005 in Kambodscha<br></li><li>26.11 schlafe bis n&auml;chsten Morgen um 4; unver&auml;nderte Kopfschmerzen; Deliriumartiger Zustand; keine Nahrungsaufnahme; nehme 3*2 Ibuprefen wegen Schmerzen - hilft; schlafe mehr oder weniger den ganzen Tag und die Nacht durch; Kinder machen mit mir einen alten COVID Test, der positiv ist. Melde mich in der Schule krank<br></li></ul><ul><li>27.11 unver&auml;nderte Kopfschmerzen - nehme Ibuprefen weiter; schlafe bis gegen 14 Uhr; etwas Energie kommt zur&uuml;ck; ich gehe eine kleine Runde um den See; schlafe danach wieder bis am n&auml;chsten morgen durch; K&ouml;rper scheint komplett ersch&ouml;pft zu sein<br></li></ul><ul><li>28.11 Kopfschmerzen und Fiebrigkeit sind weg; daf&uuml;r wache ich mit komplett verschleimten Nasen- und Stirnh&ouml;hlen auf; grosse Mengen Schleim werden vor allem am Morgen aber auch unter Tags abgeschn&auml;uzt; bleibe im Bett<br></li><li>29.11 wie 28.11 zus&auml;tzlich dunkelgr&uuml;ner, z&auml;her Auswurf von Bronchien, der sich am Morgen und epispodenartig nach langem Husten zeitigt; Husten dauert eine halbe Stunde und ist ersch&ouml;pfend und f&uuml;hrt zu Kopfschmerzen; Termin bei Dr Kaufmann; COVID negativ; sie meint, dass der Infekt bereits abgeklungen sein kann und zuvor positiv war; jedenfalls viraler Infekt; Krankmeldung bis Fr; Antibiotika wenn bis Fr keine Besserung<br></li><li>30.11 wie 29.11 Nasivin und Aeromuc haben keine erkenntliche Wirkung<br></li><li>1.12 wie am Vortag starker Husten bis zu einer Stunde nach dem Aufstehen, danach schmerzende Lunge; Auswurf von Bronchien aber nicht mehr dunkelgr&uuml;n sondern wie von Nasennebenh&ouml;hlen gelb. Energie kommt etwas fr&uuml;her zur&uuml;ck, kann bereits gegen Mittag auf, an den Vortagen immer erst um 15 Uhr. kaufe mir heute noch das dritte verschriebene Medikament f&uuml;r den Husten, ein Cortison Pr&auml;parat namens Mometason.<br></li><li>2.12 Heute ist die 5te Kollegin von insgesamt 20 Lehreren ausgefallen.</li></ul><ul><li>3.12 wie am Vortag; dicke Schicht Wick Vaporup auf Brust und R&uuml;cken hat aber das Aufwachen etwas gelindert; Telefonat mit meiner Kusine; praktische Arztin in Herzogenburg: der Husten kann nach COVID Infektion bis zu 4 Wochen dauern; ich empfinde die Symptome sind sehr &auml;hnlich zu meinen Asthma/Bronchitis Episoden aus der Kindheit; bei Husten will ich zu meinem Astmaspray greifen; meine Kusine best&auml;tigt dies: COVID f&uuml;hrt zu einer Entz&uuml;ndung der Lungen. Sympthomlinderung durch Inhalation von Cortiden zB Fluxotide<br></li></ul>&nbsp;<br />Weiterlesen:<br />&nbsp;<ul><li><a href="https://www.mingong.org/blog-en/on-the-metaphysics-of-a-plague">https://www.mingong.org/blog-en/on-the-metaphysics-of-a-plague</a><br></li><li><a href="https://www.mingong.org/blog-en/covid-19-and-the-end-of-modernity">https://www.mingong.org/blog-en/covid-19-and-the-end-of-modernity</a><br></li><li><a href="https://www.mingong.org/blog-en/how-stephen-coveys-cia-method-helps-to-manage-the-impact-of-covid">https://www.mingong.org/blog-en/how-stephen-coveys-cia-method-helps-to-manage-the-impact-of-covid</a></li><li><a href="https://orf.at/corona/daten/abwasser">https://orf.at/corona/daten/abwasser</a></li><li><a href="https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Neuartiges-Coronavirus.html">https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Neuartiges-Coronavirus.html</a></li></ul>&nbsp;<br></div>]]></content:encoded></item></channel></rss>